Ich sprüh´s auf jede Wand Neue Männer braucht das Land
Ina Deter
Seit Wochen prangen sie an Bussen, Haltestellen, Litfaßsäulen, öffentlichen Gebäuden: Die olivgrünen Plakate der nationalen Streitkräfte. Junge Menschen in Uniform, mit ernsten Mienen und schwerem Kriegsgerät, vermitteln Entschlossenheit und Einsatzbereitschaft. Die Kampagne zur Rekrutierung von Freiwilligen läuft auf Hochtouren, flankiert von „Schnupperkursen“ und Grillpartys auf dem Herrenberg, wo auch die Kleinsten ins „Battledress“ schlüpfen und spielerisch ihre Liebe zur Armee entdecken können.
Die Zeit drängt. Der Russe steht vor der Tür. Unsere Freiheit ist bedroht. Das Vaterland ruft.
Es gilt jetzt unsere Jugend vorzubereiten, und zwar schnell. Kriegstüchtigkeit und Wehrhaftigkeit sind keine Selbstläufer.

Man muss die viel beschworene Zeitenwende auch zu Ende denken. Die Schule darf dabei nicht abseits stehen, sie muss ihren Beitrag leisten.
Im Hinblick auf den angestrebten personellen Ausbau der Streitkräfte plädiere ich dafür, bereits ab der postprimären Unterstufe einen obligatorischen Wehrkundeunterricht anzubieten. Die Heranführung an moderne Kriegsführung und innovative Waffensysteme (Cyberwar und Drohnenkrieg) muss rechtzeitig beginnen. Die Kurse sollten durch Gastauftritte von Offizieren in unseren Schulen aufgewertet werden, wie dies bereits bei unseren deutschen Nachbarn erfolgreich erprobt wurde – inklusive der Maßregelung aufmüpfiger Schülerinnen und Schüler.
Zur Einstimmung auf Drill und Kasernenhofkultur sollte der Sportunterricht auf mindestens acht Wochenstunden aufgestockt und durch ein verpflichtendes paramilitärisches Trainingsprogramm ergänzt werden. Die Förderung einer starken und gesunden Jugend muss Priorität haben: Schluss mit Verweichlichung und Fettleibigkeit, Bewegungsmangel und „Null Bock“. Raus aus der Komfortzone, rein in den Schützengraben, …pardon, ins Manöver – das ist die ultimative Antwort auf die Bedürfnisse einer Generation, die mit Smartphone und Internet aufgewachsen ist.

Auch der Sprachunterricht ist reformbedürftig. Im Zuge der Anpassung an die neuen Zeiten sollten unsere Schulbibliotheken von wehrzersetzender, pazifistischer Literatur befreit werden. Neue Bücher gehören in den Lehrplan: Für die Oberstufe empfehle ich den Klassiker In Stahlgewittern (1920) von Ernst Jünger (eine hervorragende Reflexion über den Krieg als existenzielles Erlebnis), Paul Carells Bestseller von 1963 Unternehmen Barbarossa oder – für den Englischunterricht – die spannenden Werke des Amerikaners Tom Clancy, z.B. Im Sturm (Red Storm Rising, 1986). Für die Jüngeren bietet sich die Romanheftreihe Der Landser an, mit Titeln wie Panzer vor!, Die Männer von der Ostfront, Tiefflug ins Niemandsland oder Das Ringen um Kiew. Hier werden unserer Jugend erprobte militärische Kardinaltugenden wie Wagemut, Selbstlosigkeit, Kameradschaft und Siegeswillen vermittelt.

Eine besondere Rolle kommt dem Geschichtsunterricht zu. Auch dort müssen neue Prioritäten gesetzt werden: Patriotismus ist als pädagogisches Lernziel zu etablieren, klare Feindbilder sind zu schaffen, die Irrwege und Illusionen von Völkerverständigung und Pazifismus sind aufzuzeigen, Krieg und Aufrüstung sind als Mittel zur Problemlösung zu würdigen – man denke etwa an die erfolgreichen „humanitären Kriege“ der NATO.
Regierung, Militär, Parteien, Leitmedien, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler sind gefordert, an der Schaffung einer robusten, wehrhaften Demokratie zu arbeiten. Wichtig ist, dass der neue „Spirit“ auch beim Wahlvolk ankommt und dort die nötige Akzeptanz findet. Eine starke Präsenz unserer Streitkräfte im öffentlichen Raum ist in nächster Zeit dringend geboten, um die Einheit von Volk und Armee sichtbar und spürbar zu machen.
Auf Regierungsebene sollte man ernsthaft die Einsetzung einer Taskforce für Kommunikation und geistige Mobilmachung erwägen. Sie könnte den öffentlichen Diskurs bündeln, der Desinformation entgegenwirken und die Bürgerinnen und Bürger mit klaren, faktenbasierten und leicht verständlichen Botschaften versorgen, um sie auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten. In einer zunehmend komplexeren und gefährlicheren Welt braucht die Bevölkerung Orientierung und eindeutige Ansagen.
Es bleibt zu hoffen, dass die politisch Verantwortlichen es nicht bei bescheidenen Plakataktionen und einigen „portes ouvertes“ bei der Truppe belassen, sondern stattdessen alles daran setzen, eine geistig-moralische Wende in unserem Land herbeizuführen. Letztlich geht es darum, unserer Jugend wieder eine echte Perspektive zu geben: die Aussicht, an etwas „Großem“ mitzuwirken und dabei „iwwer (sech) erauszewuessen“.
Vielleicht werden wir Älteren es sogar noch miterleben, wie junge Männer und Frauen mit strahlenden Gesichtern an die Front ziehen, um unsere gemeinsamen Werte zu verteidigen. Sie werden sich freuen, dass es endlich soweit ist.
Wir steuern herrlichen Zeiten entgegen.
Marc Lentz