WECKRUF? E Lieserbréif vum Frank Bertemes

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Je größer die Schwierigkeit, die man überwand, desto größer der Sieg.

Marcus Tullius Cicero

Wahrlich eine Wahrheit, die man beherzigen sollte…Kürzlich fand das jährliche, nicht unumstrittene Treffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos statt. Internationale Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik sowie Mitglieder der Zivilgesellschaft – andere sagen die Reichen und Mächtigen unseres Planeten – diskutieren seit dem Jahr 1971 über die wichtigsten Herausforderungen der Welt. Auch wenn man die Wichtigkeit dieser weltweit bekannten Veranstaltung heuer – wohl ob der bekannten Proteste – verharmlosen will, weil nicht mehr alle „Größen“ der genannten Eliten dieser Welt persönlich hier antanzen, so soll man dem, was hinter den Kulissen so läuft, trotzdem mit gesundem Misstrauen begegnen – es gibt bekanntlich neue Wege der Präsenz, die nicht mehr physisch sein müssen…

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Denn was hier wirklich beschlossen wird, wissen in der wie üblich gepflegten, strikten Diskretion nur jene, die ihre (vorrangig rein wirtschaftlichen) Interessen in der globalisierten Welt erhalten und weiter ausbauen wollen – auch wenn man durchaus nach Außen hin gewisse Änderungen des (machen wir uns nichts vor) weiterhin neoliberalen Wirtschaftssystems vorzunehmen bereit ist. Der übliche Betriebsablauf darf dabei natürlich tunlichst nicht weiter gestört werden, versteht sich…

 

Der umstrittene Gründer des WEF, Klaus Schwab, stellte im Jahr 2020 seine Initiative „The Great Reset“ und sein fast gleichnamiges und heftig debattiertes Buch vor – das man übrigens lesen sollte.

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Darin betrachtet er – mit seinem Co-Autor Thierry Malleret – die Pandemie als „Chance, Gesellschaften und die globale Wirtschaft gerechter, sozialer und ökologisch nachhaltiger zu gestalten.“ Eine Initiative, die uns, positiv betrachtet, mit den notwendigen Schlussfolgerungen seitens der Verantwortlichen überzeugen soll, inhaltlich jedoch auch diskutable Ideen verbreitet, die – im Sinne der einleitenden Bemerkungen – sicherlich nicht nach jedermanns Geschmack sind.  Um diese soll es an dieser Stelle allerdings nicht gehen, sondern um den Weckruf, den Schwab im Kontext der Covid-19 Pandemie erkennen will. Diese hat uns die Risiken, denen wir kollektiv ausgesetzt sind, eindringlich bewusst gemacht und uns (Zitat) „daran erinnert, dass unsere Welt eng miteinander verflochten ist.“ Schwab thematisiert die Äußerungen von Nicholas Stern, Leiter eines bekannten Forschungszentrums für Klimawandel und Umwelt, der sich besonders dem ernsten Thema der Luftverschmutzung zuwendet. Nachdem wir uns ob dieser Pandemie – so der Autor des Stern-Reports, in dem die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels untersucht werden – besonders um deren Auswirkungen auf die Lungen sorgten, werden wir „von sauberer Luft“ besessen sein – und das wäre gut so! Leider ist da noch sehr viel Luft nach oben, siehe u.a. die Problematik der gefährlichen Feinstaubemissionen – wie bereits in einem Text um die gemütliche, jedoch höchst bedenkliche Holzverbrennung in Kaminen und Holzöfen an dieser Stelle thematisiert –  die unsere politische Klasse jedoch scheinbar wenig berührt.

Photo by Arthur Brognoli: https://www.pexels.com/photo/photo-of-pizza-in-furnace-3343625/

Egal wie hoch die Feinstaubbelastung (im Kontext der diversen Öfen besonders im ländlichen Raum!) auch sein mag, man tut (aus elektoralen Gründen?) am besten gar nichts, egal wie bedenklich die Luftverschmutzung , speziell für die Lungen der Kinder, auch sein mag. Ist das etwa verantwortliche Gesundheits- und Umweltpolitik? Schreibt man dies ausführlich an die erwähnten Ministerien, so herrscht „Schweigen im Walde“, gewisse Parteien (rot und grün) geben ausweichende Rückmeldung und man räumt ein, sich mit dieser Thematik so ziemlich NULL beschäftigt zu haben – ein absolutes Armutszeugnis!

 

Während des „Lockdowns“ konnte man jedenfalls eindeutig die Vorteile einer verringerten Luftverschmutzung selbst feststellen, was zur (leider nur vorübergehenden) kollektiven Erkenntnis der lebenswichtigen, sauberen Atemluft geführt hat, verbunden mit der Gewissheit, dass uns nur noch wenige Jahre Zeit zum Handeln verbleiben wird. Egal wie man zu Herrn Schwabs angekündigtem Makro-Umbruch stehen mag, die auch von ihm geforderte Verhaltensänderung der Gesellschaft in Richtung „Nachhaltigkeit“ und „grünerem Leben“ ist jedenfalls absolut alternativlos – und anständige Atemluft für alle ist sicherlich ein absolutes Grundbedürfnis für unser aller Leben! In wie fern dies allerdings von unserer politischen „Klasse“ beachtet wird, darf man sich allerdings fragen…Längst sind wir nämlich wieder im „normalen“ Betriebsmodus und die „gute Luft“ der Lockdown-Zeiten schon  wieder vergessen!

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Wenn das alljährliche Davos-Spektakel des WEF, das dieses Jahr medial auffallend stark thematisiert wurde (Stichwort: Open Forum Davos 2023) jedenfalls mit etwas punkten konnte, dann mit den aktuell absolut vorrangigen Umweltthemen. Man kann nur hoffen, dass diese auch hierzulande im Superwahljahr oberste Priorität haben werden…

Frank Bertemes

 

 

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