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Aussepolitik

Lieserbréif vum Frank Bertemes: Starke Europäer! 

Lieserbréif vum Frank Bertemes: Starke Europäer!
Photo de BAE JUN: https://www.pexels.com/fr-fr/photo/ville-tour-eiffel-france-monument-12786388/

„Wir geben vor, stark zu sein, weil wir schwach sind.“

Paulo Coelho brasilianischer Schriftsteller und Bestseller-Autor

Jeder überzeugte Europäer, der sich mehr oder weniger „friedensbewegt“ sieht, muss sich heuer um den Weltfrieden sehr ernste Sorgen machen. Das Ziel europäischer Politik muss es sein, den Frieden in Europa wiederherzustellen. Deshalb gilt die Aufgabe, so schnell wie möglich einen Waffenstillstand in der Ukraine zu erreichen und die Stärke der Diplomatie spielen zu lassen.  Doch da scheint das Problem zu liegen… Die Idee von Politikern wie Otto Schily (ehemaliger Bundesinnenminister) der Ukraine ein Neutralitäts-Status – wie der Schweiz – zu ermöglichen ist dabei sicherlich interessant, doch dann wäre eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine selbstredend ausgeschlossen.

Ist Europa heute schwach? Europa hatte einmal Politiker, die sowohl über die Fähigkeiten zur Diplomatie als auch zur Vermittlung klarer Positionen verfügten. Charles de Gaulle, ein großer Staatsmann Europas, stand für ein selbständiges Europa, das sich nicht in die Auseinandersetzungen der atomaren Supermächte hineinziehen lässt. Er hatte früh die Gefahr der US-amerikanischen Militärstützpunkte (aktuelles Stichwort: Ramstein) erkannt, so dass Europa in jeden Krieg der USA verwickelt werden kann, weil alle feindlichen Raketen auf ebendiese Stützpunkte gerichtet sind. Kann man demnach von einer US – „Schutzmacht“ sprechen? Eine Macht, die Europa in Gefahr bringen kann und die die NATO als geopolitisches Instrument zur Durchsetzung ihrer Interessen in aller Welt benutzt? Gilt etwa das Gesetz des Orwellschen Käfigs, wo die Wahrheit zur Lüge wird und die Lüge zur Wahrheit als Hilfsmittel? Ist es wirklich „Anti-Amerikanismus“, wenn immer mehr Europäer sich ernste Fragen stellen und den Anspruch der USA, die einzige Weltmacht zu sein, nicht mehr akzeptieren wollen? Europa muss fähig sein, sich selbst zu organisieren, und sich von der Vormundschaft der USA zu befreien – auch im Kontext der Sicherheits – und Verteidigungspolitik. Wie stellte der anerkannte Historiker Emmanuel Todd, der den Untergang der Sowjetunion voraussagte, jedoch den von den USA befeuerten Russenhass auch im Kontext des Ukraine-Krieges, den er eingehend analysiert hat und dabei dieselben USA heftig attackiert, rezent deutlich fest: Würden Scholz oder Macron (Zitat E.T) heute sagen, der „Krieg ist vorbei“ – ja dann wäre er vorbei! Und auch noch jene für – Zitat – „Verrückte“ hält, die die Russen als Imperialisten bezeichnen – das würde diese nämlich überhaupt nicht interessieren. Und ja, Russland wird Putin überleben und dann immer noch – in Europa! – unser für uns alle so wichtiger Nachbar sein.  Und daran muss Europa ein höchstes Interesse haben.  Deshalb sollen eben Deutschland und Frankreich die Leader eines starken Europas sein!

Doch auch dazu zurück zur Geschichte, die heuer allerdings sehr wichtig ist. Es gab einen deutschen Politiker, der für seine besondere Art der Diplomatie als Außenminister bekannt war und einen richtungsweisenden Begriff prägte: die hohe Kunst des Genscherismus. Hans-Dietrich Genscher betrieb Außenpolitik stets als Friedenspolitik. Seine ausgleichende Vermittlung wurde – eben – als „Genscherismus“ bekannt. In den USA wurde der liberale Politiker misstrauisch beäugt und der Ausdruck „Genscherismus“ galt als Schimpfwort. Das sagt schon viel…

Aus mehr als einer Ursache gilt heuer für Europa eine intelligente, vorausschauende Politik gegenüber Russland. Willy Brandt galt als ein Musterpolitiker engagierter Friedenspolitik, der seine Entspannungspolitik insbesondere mit Russland – gegen den Widerstand der USA! –  entschlossen durchzusetzen verstand. Seine Aussage als Friedensnobelpreisträger war, ist und bleibt deutlich: „Krieg ist kein Mittel der Politik.“ Das gilt für jede Nation…

Heute verfügen Deutschland und Frankreich über ein hohes Potenzial für ein starkes, selbständiges Europa.

Weshalb es nicht im Sinne Willy Brandts und auch Helmut Kohls nutzen?

 

*Emmanuel Todd (* 16. Mai 1951 in Saint-Germain-en-Laye, Département Yvelines) ist ein französischer Anthropologe, Demograf und Historiker. Als Autor hat er vor allem zu Fragen der Bevölkerungsentwicklung und der Familienstrukturen in international vergleichender und historischer Perspektive publiziert. (Wikipedia)

 

 

 

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2 Comments

  1. Jean

    Wo sind die starken Europaer?
    Waehrend der groesste teil der welt diesem seit dem maidanputsch von 2014 schwelenden quasi buergerkrieg mehr oder weniger desinteressiert zuschaut,fuehlen sich die meisten EU politiker unter der unseligen fuehrung einer frau von der Leyen leider dazu beflissen, im schlepptau eines tattergreises aus washington, einseitig partei fuer das zelenski regime zu ergreifen.
    Und damit durch vollkommen unvernuenftige schwere waffenlieferungen an eine kriegspartei, die sich als armes opfer aufspielt und unbeteiligte in seinen konflikt reinziehen will,das ganze
    unnoetig in die laenge zu ziehen und jede vernuenftige loesung zu verhindern.

  2. Fasbender

    Voll a ganz anverstanen!

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