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Gesellschaft

Lieserbréif vum Frank Bertemes: Fiktion? 

Lieserbréif vum Frank Bertemes: Fiktion?
Photo by Pavel Danilyuk: https://www.pexels.com/photo/grayscale-photo-of-a-futuristic-robot-8294558/

„Die Wahrheit ist so schwer zu sagen, dass man manchmal Fiktion braucht, um sie plausibel zu machen.“ —  Francis Bacon englischer Philosoph, Staatsmann und Naturwissenschaftler 1561–1626

Bleiben wir doch mal bei der Fiktion, als Annahme, Erdichtung, Einbildung, gar Lüge… In einem interessanten Beitrag der ZEIT, Rubrik Kultur, die man übrigens heuer auch hierzuländchen auf einmal wiederentdeckt zu haben scheint – pikanterweise (und das ist völlig daneben!) mehr im Kontext der Person des Ministers als in der Sache an sich – geht man noch weiter: die Fiktionalisierung der Politik.

In der Tat unterstellt man der Politik, immer öfter Probleme zu erfinden und praktischerweise die dazugehörigen Lösungen gleich mitzuliefern …oder es ganz einfach bei des Volkes Empörung zu belassen. Man ist heute allerdings noch einen Schritt weiter – in Richtung Abgrund. Wer Politik betreibt, muss sich auf das Geschäft der Suggestion verstehen. Der ZEIT-Artikel verweist darauf, dass Menschen mit Mandat – gemeint sind wohl verantwortliche Politiker mit so etwas wie Verantwortungsgefühl – anstehende Probleme einigermaßen gefestigt angingen, auf Lösungen hinstrebten. Vieles hatte mit Integrität zu tun. Klammer auf: Erleben wir heuer mit dem „Neuen Luc“ als verantwortungsbewusstem Premier „dee gär hätt datt…“ vielleicht eine Renaissance dieser wünschenswerten Leaderfigur einer wahren Persönlichkeit eines integer agierenden Politikers mit Format? Wünschenswert wäre dies sicherlich – doch ist dem wirklich so? Klammer zu.

The Prime Minister Boris Johnson Portrait

Doch es kam, wie wir erleben mussten, europaweit gesehen dramatisch anders, gar sehr schlimm: Politfiguren à la Silvio Berlusconi, Wolfgang Schüssel, Viktor Orbán, Nicolas Sarkozy, Boris Johnson oder auch noch Sebastian Kurz- und damit das absolute Ende der Integrität. Die Politik wurde zunehmend auf pure persönliche Interessen reduziert, die vorwiegend, gar gezielt und ausschließlich im eigenen sozialen Umfeld lagen. Das Geschäft der Suggestion wechselte ins Feld der…Fiktion. Bedeutet, so die ZEIT in ihrem Beitrag deutlich: Politiker erfinden Probleme – die realen will man nicht erkennen oder verharmlost sie – und zaubern fiktive Lösungen dazu. Oder belassen es bei der Produktion von Empörung. Interessant in diesem Kontext, wie beispielsweise der renommierte Club of Rome vergangenes Jahr räsonierte, wie wir selbst für manche „Allmählichkeitsschäden“ haften müssten, weil wir die bedeutendsten Herausforderungen unserer Tage nicht meistern könnten. Das seien weder Klimawandel, Verlust an Biodiversität oder Pandemien, sondern, Zitat: „unsere kollektive Unfähigkeit, zwischen Fakten und Fiktion zu unterscheiden.“ Und das wäre durchaus sinnvoll, vorausgesetzt dass sogenannte „Faktenchecker“ absolut objektiv wären – nur das sind sie eben leider nicht!

Ja, und dass man ebendiese visierte „kollektive Unfähigkeit“ sehr wohl nutzen kann, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, darf man durchaus in der Fiktion „Pandemie“ mit der gleich dazu gelieferten Lösung „Impfung“ mittels mehr als diskutabler mRNA-Impfstoffe plus einkalkulierter Nebenwirkungen festmachen, oder? Wie weit darf Fiktion gehen? Bis hin zum Verbrechen?

Egal wie, das alles kann absolut sehr weit gehen. Nämlich bis hin zum Ende der Demokratie! Der vielbeachtete Soziologe Steffen Mau lieh sich für eine weiterführende Diagnose des Terminus‘ Fiktion mit entsprechenden Konsequenzen für die Demokratie einen Begriff aus dem Versicherungsbereich, der Haftpflicht, Zitat: „Ich befürchte, dass gerade ständig Wasser in das Fundament des Hauses Demokratie eintropft. Und es ist wahnsinnig aufwendig, das durchnässte Fundament wieder trockenzulegen.“ Gemeint sind damit die Schäden, die über längere Zeiträume entstehen. Sie werden oft spät bemerkt, die Reparatur wird dann teuer. Im Kontext der politischen Fiktion, die man zu opportunem Moment oder aus der Not heraus aus dem Ärmel zu zaubern pflegt und einsetzt, sollen dann Leerstellen übermalt oder auch Schwächen übertüncht werden. Man benutzt die Fiktion um Unbequemes zu vertuschen oder auch ganz einfach zur Ablenkung, eine eigentlich banale Praxis. Doch das kann in diverser Hinsicht böse Folgen haben…

Ursula von der Leyen
Wikipedia

Kann man die Schäden, den drohenden Verlust der Vertrauenswürdigkeit an unseren demokratischen Institutionen, die ob der diversen Polit-Skandale bis hin in die Spitze der EU hinein ausstrahlen, als pure Fiktion abtun? Was läuft denn Stand heute so in der bekannten Causa Éva Kaïlí, oder auch im Kontext der bestbekannten Skandale um Frau Ursula Gertrud von der Leyen? Wie steht es bspw. um die undurchsichtigen Milliarden-Geschäfte (Stichwort: Impfung) zwischen Pfizer und der EU-Kommissionspräsidentin? Auch wenn die Justiz ermittelt, werden trotzdem munter neue Deals ausgehandelt. Dazu auch die diversen Beiträge zu den aktuell debattierten WHO-Pandemieverträgen, die mit anderen, durchaus verständlichen Kritiken weiteren Stoff in der Argumentation gegen diese EU-Kommission bieten. Unsere Demokratie riskiert durchaus ein durchnässtes Fundament mit fatalen Konsequenzen.

Man nehme doch endlich zur Kenntnis, dass die dramatisch veränderte politische Kultur rechten Parteien (siehe die aktuellen Wahlresultate in den Niederlanden, einem Land, das unter latenter EU-Müdigkeit leidet!) in ihrem Kampf gegen die westliche liberale Gesellschaft und damit gegen die für uns Europäer ach so wichtige Europäische Union leider nützlich ist. Ein EU-destruktiver Kampf, den diese Rechtskräfte unverschämterweise auch noch als „nationalen Konservatismus“ (siehe auch „unsere“ ADR – nach eigener Aussage rechtskonservativ) schmackhaft machen wollen – und das ist wahrlich keine Fiktion…

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