ABSURDISTAN IN STADT UND LAND – Die ewige Krux der Immobilienwirtschaft

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Image par T. Jensen de Pixabay

 

Es gibt hierzulande zwei Vereinigungen, der Immobilienwirtschaft entwachsen, die so überflüssig sind, wie ein Kropf, nämlich die „chambre immobilière“ und die „union des propriétaires“.

 

Die Vertreter der „chambre immobilière“ vergessen immer wieder publikumswirksam darauf hinzuweisen, dass ihre Vereinigung keine offizielle Berufsvereinigung ist, so wie ihr Name es fälschlicherweise vermuten lassen würde. Die „chambre immobilère“ ist tatsächlich nicht, wie etwa die „chambre des métiers“, die „chambre de commerce“ usw., eine gesetzlich anerkannte Berufsvereinigung, sondern eine simple Vereinigung ohne Gewinnzweck, eine so genannte a.s.b.l., wie die Caritas, die Croix Rouge, die Vereinigung der gestrauchelten Nutten u.v.a.m. Dieser Fakt aber wird der Öffentlichkeit seit Anbeginn ihres Daseins mit aller Besessenheit, hart grenzend an der Fahrlässigkeit, vorenthalten.

 

Ob Jean-Paul Bescheuert, seines Zeichens Vorsitzender des Verwaltungsrates der „chambre immobilière“, der regelmäßig Evidenzen durch den Äther von RTHell im Rahmen vorgespielter Interviews verbreitet, oder seine Vorgängerin und heutige Honorarpräsidentin Claudine Speltzmehl. Sie tun immer so, als sei die lose Gruppierung der größten Immobilienmafia des Landes eine offizielle, staatstragende Vereinigung die in den legislativen Entscheidungsprozess eingebettet sei. Weit gefehlt, denn seit Jahrzehnten werden gottlob die meist hanebüchene Anregungen und Vorstellungen der oft kriminell agierenden Immobilienagenten offiziell nicht einmal wahrgenommen.

 

Vielleich wird sich an dieser Tatsache, unter der Fuchtel des neuen Wohnungsbauverhinderungsministers Henry Kocks (Déi Gréng), einiges ändern. Angesichts des Faktes, dass sein Busenfreund Daniel Bruder, der Liebling aller Tiere und Hasser aller Menschen, perfidester Immobilienschurke aus Remich, der damals den Würgermeister Kocks mit unkeuscheren Methoden aus dem Amt kippte, nicht Mitglied der erlesenen „chambre immobilière a.s.b.l.“ ist, könnte sich tatsächlich hier etwas grundlegend ändern. Abwarten und Tee trinken, so die langjährige Devise.

 

Dies sagte sich auch Claudine Speltzmehl als sie die glorreiche Idee hatte dem Direktor des technischen Lyzeums Josy Bart in Mamer, Claude Kristnacht, ein BTS-Studium „Profession Immobilière“ erfolgreich aufzuschwatzen. Dies geschah zum Leidwesen der „Chambre de commerce“, die stets gut besuchte Kurse zum Erhalt der Genehmigung auch der schrillsten Zeitgenossen zum Immobilienverbrecher, nachdem sie bereits als Wirt erfolgreich scheiterten, seit ewigen Zeiten anbietet.

 

Nun noch ein paar Worte zur „union des propriétaires“, eine klitzekleine Vereinigung die kaum mehr Mitglieder hat als die Hand Finger. Sie „uniert“ in erster Linie zwei schräge Zeitgenossen, den lieben Georges und den emsigen Kriegsmann, in Personalunion Vorsitzender der „union“ und nebenberuflich „avocat à la cour“. Einst ein unbedeutender Rechtsverdreher, machte sich Georges Kriegsmann, langsam aber sicher, durch den Vorsitz seiner Mikrovereinigung, indem er gefragt und ungefragt eine Provokation nach der anderen vom Stapel lässt, einen Namen in der Immobilienwirtschaft. Heute gewinnt der kleinwüchsige Winkeladvokat regelmäßig, auch komplizierte Prozesse, gegen den Staat und viele Gemeinden. Foltermischis (CSFaul) Kakophoniegesetz von 2004 über die Gemeindeplanung, das bereits 25.895 Mal nachgebessert werden musste, spielt dem Rechtsexperten für PAG und PAP immer neue gewinnträchtige Affären zu.

 

Mit seiner Piepstimme wetterte der gute Georges letzte Woche telegen und photogen gegen den Aufruf der Regierung an die Adresse der Immobilienbesitzer ihre Mieten bis zum Ende der Corona-Pandemie ruhen zu lassen. Er faselte etwas von großem Durcheinander in der Buchhaltung großer Immobilienbesitzer. Wie immer war der Maître strikt gegen das Einfrieren der Mieten, aber dennoch hatten viele Vermieter ein weiches Herz gezeigt und ihm den blanken Hintern.

 

Dies war aber nicht die erste Schlappe des eitlen Kriegsmanns. Nachdem nämlich Fränz, der Gartenzwergwerfer (CSFaul) vom Dienst und späterer Richter am europäischen Gerichtshof, sein leicht verständliches Werk über das alte Mietrechtsgesetz nicht mehr neu auflegte, sprang Georges Kriegsmann in die Bresche und ließ, pflichtbewusst und narzisstisch wie er nun einmal ist, eine Neuauflage, mit seinem Konterfei und seinen Kommentaren versteht sich, drucken und verkaufen. Im Jahre 2006 stimmte die Abgestorbenenkammer jedoch ein neues Mietrechtsgesetz und sein Buch wurde obsolet. Flugs setzte sich der geschätzte Rechtsverdreher an seine Tastatur und tippte was das Zeug hielt.

 

Doch der Wohnungsbauverhinderungsminister Pitti Hoden (CSFaul) kam ihm zuvor und ließ eine wunderprächtige populäre Edition mit Erklärungen zum neuen Mietrechtsgesetz drucken und in großer Anzahl gratis verteilen. Die Edition des edlen Maître musste daraufhin im runden Ordner abgeheftet werden.

 

Der Kleine mit dem Langzeitgedächtnis

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