ABSURDISTAN IN STADT UND LAND – Die neue satirische Beilage

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Image par T. Jensen de Pixabay

 

seilschaften binden Männerfreundschaften und Erfolg

 

Dass gerade Jeannot Gringo (Wendehals) ehemaliger Direktor der Finanzinspektion im Auftrag des Premierministers Xavier Betschel (Flipperpartei) das Finanzgeschehen am großherzoglichen Hof untersuchte und die Resultate mit Empfehlungen für die Zukunft am letzten Freitag ablieferte, kann und darf nicht unkommentiert bleiben. Gerade Gringo, der es als Direktor der Finanzinspektion mit öffentlichen Geldern nicht so genau nahm, wenn die Chose ihn selbst oder seine besten Freunde arrangierte, sollte im Auftrag der Regierung, als so genannte graue Eminenz, die Ausgaben des Hofes publikumswirksam analysieren.  Als Chef der Finanzinspektion hätte er dies während mehreren Dekaden tun müssen, doch die Jagd nach Tantiemen in diversen Verwaltungsräten war ihm weiland wichtiger.

 

Aber auch für seine Freunde sollte die enge Verbundenheit mit ihm nicht ohne nachhaltige Schaden sein. Es waren dies Zeitgenossen à la Guy Pokkendorf (CSFaul-lastig) langjähriger Obermufti im Unkultministerium, Georges Caltex (Chamäleon) langjähriger Direktor von Shit et Monuments, auch noch der „Anstreicher von Christnach“ genannt, sowie die Klimpertante Erna Händikäp Schëppschnëss (CSFaul). Diese auserlesenen Entscheidungsträger konnten zeitlebens budgetmäßig machen was sie wollten, derweil alle anderen stets sparen mussten, koste es was es wolle.

 

Auch machte Jeannot Gringo kaum einen Hehl daraus, dass sein Herz nie in Richtung der Monarchie schlug. Obwohl es Pflicht war, sich als hoher Staatsdiener an den öffentlichen Festlichkeiten zum Nationalfeiertag zu beteiligen, glänzte der gute Jeannot stets durch Abwesenheit. Dies galt ebenso für die Einladungen nach Schloss Berg, die er unmanierlich wie er nun einmal ist, ausnahmslos ablehnte und sich nicht selten hiermit auch noch in Szene setzte. Zweifelsohne war Jeannot Gringo der idealste Staatsbeamte um einen objektiven und umfassenden Bericht über das Finanzgebaren des großherzoglichen Hofes zu verfassen.

 

Sämtliche Transportminister, allen voran Lucien Jux (Lasep) und der Metzgersohn Henri Gretchen (Flipperpartei) bekamen die CFHell nicht auf die Schiene, weil unser geschätzter Jeannot die beantragten Budgetmittel während Jahrzehnten zusammenstauchte. Bis jemand auf die superschlaue Idee kam, den guten Mann zum Verwaltungsratsvorsitzenden der Nationalbahn zu machen. Ab diesem Moment riss der Geldsegen nicht mehr ab und, aus finanzieller Sicht irrsinnige Projekte sprossen wie Pilze aus dem Boden. Die immens teure Standseilbahn im Siechenhof-Pfaffental ist das wunderprächtigste Beispiel einer hirnrissigen Verschwendung öffentlicher Gelder.

 

Der Gutsmensch Jeannot Gringo stand Ende der 1980er Jahre, aus purem Eigeninteresse versteht sich, in der ersten Reihe einer Bürgerinitiative zur Verhinderung des Baus der Fischer-Brotfabrik in Roodt/Syr. Die Gemeindeführung gab einem penetranten öffentlichen Druck nach und verweigerte den Bau. Die Bäckerei Fischer zog aber dann vor Gericht und bekam natürlich Recht und die Öffentlichkeit musste eine durchaus bedeutende Menge an Entschädigungsgeldern, neben den Anwalts- und Gerichtskosten, auf den Tisch legen. Pikant an dieser Geschichte ist die Tatsache, dass Gringo tonangebendes Mitglied der stets akkurat handelnden kommunalen Finanzkommission der Gemeinde Betzdorf war.

 

Spuckte es in den grauen Zellen des Direktors von Shit et Monuments dann bastelte Georges Caltex an seinem berühmt berüchtigten Zentrum in Wisconsin (USA) und schleppte mit dem wohlwollenden Segen des Direktors der Finanzinspektion, Säcke voller Geld nach Amerika, bis die Cour des Cons meinte: „Jetzt geht’s aber dicke dar“.

 

Im Gegenzug schrieb der emsige Georges ein vom Kulturministerium gefördertes Buch mit dem Titel „Via Vera“ ein Kulturweg für die Gemeinde Betzdorf, mit einem Vorwort von Jeannot Gringo, diesmal in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der a.s.b.l. „Musek am Syrdall“, eine Vereinigung, die immer, auch bei klammer Staatskasse, zum Trog des Geldes durfte. Eine Hand wäscht eben die andere.

 

Derweil das Gesundheitswesen vergeblich um neue Spitalinfrastrukturen bettelte, bekam Erna, die Klimpertante, mit ihrem Wasserträger Pokkendorf erhebliche Finanzmittel von Gringo zur Verfügung gestellt. Diese waren bestimmt zum Bau der verrücktesten Kulturinfrastrukturen, wie etwa das Zentrum Neumünster im Stadtgrund, wo auch die schmucken Büros von Shit et Monuments untergebracht sind, für das „Oh meng Pei-Museum“ auf Kirchberg sowie die Villharmonie ebenfalls auf dem Kirchberg gelegen. Das Geld floss in ungebremsten Mengen.

 

In der schmucken Gemeinde von Raymond Rivaner (CSFaul) funktioniert seit geraumer Zeit das Kulturhaus Niederanven. Direktor dieses Kulturzentrums ist zufällig die Tochterfrau von Jeannot Gringo, genannt  Nora. Auch zufällig war Pokkendorf langjähriger Verwaltungsratsvorsitzender dieser Institution, die recht viele Partner aufzuzeigen hat. Hier  findet man an erster Stelle die Auditklitsche Ernst & Jung, jener Auditor, der sich über die Flut der Aufträge durch die Finanzinspektion nicht beklagen kann.

 

Auch die BGL BNP PARISBAS gehört du den Partnern des Kulturhauses. Rein zufällig versteht sich, ist der Vorstandsvorsitzende dieser Bank, Etienne Euter (Situationist), ehemaliger Manager bei der Pleiteberatungsfirma ARTHUR ANDERSEN, heute Direktor der Finanzinspektion, also Gringos Nachfolger. Ebenso Luxairport, dessen Vorstandsvorsitzender Tom Scheissgerber (Vasalle fürs Grobe), ehemaliger Mitarbeiter und Vertrauter von Jeannot Gringo in der Finanzinspektion, ist deklarierter Partner des Kulturhauses Niederanven. Der letzte im Bunde ist der Geheimsender 100,7. Im Verwaltungsrat dieser öffentlich rechtlichen Institution sitzt seit Anbeginn, wie der Zufall es so will, Jean-Marie Grethel (Tantiemensammler vom Dienst) und nebenberuflich Finanzinspektor bei der Finanzinspektion.

 

Xavier hat eben immer einen glücklichen Fuß fürs Fettnäpfchen.

 

Der Große mit dem Langzeitgedächtnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

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