Dokter Ledochowski: Ernährung in der Schwangerschaft

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Photo de Garon Piceli provenant de Pexels

Den Univ.Doz.Dr.med.Maximilian Ledochowski kënnt aus Éisträich. Hien ass zwar an der Pensioun, awer ëmmer nach héich aktiv. Ganz rezent gouf hien e Buch eraus iwwer de Reiz-Thema: “Ist es wirklich Reizdarm?”. Deen Term gëtt an der westlecher Welt ze dacks an ze séier benotzt, meeschtens dann, wann den Dokter net méi weider weess.

Den Här Ledochowski huet awer och eng Abberzuel Informatiounsblieder fir d’Patienten geschriwwen. Dorënner den Thema: wéi erniert een sech richteg wärend der Schwangerschaft. Et geet ëm e bësselchen méi wéi ëm Kornischongen…. 

 

zuerst die gute Nachricht: Ernährung darf nicht zu ernst genommen werden. Seit Jahrtausenden haben Frauen gesunde Kinder auf die Welt gebracht und die Natur hat es so eingerichtet, dass werdende Mutter genau auf diejenigen Nahrungsmittel Lust bekommen, deren Inhaltsstoffe sie gerade am meisten brauchen. Umgekehrt entsteht Abneigung gegen genau diejenigen Nahrungsmittel und Gerüche, die für das ungeborene Kind schädlich sein können. Man kann deshalb getrost Lust-gesteuert essen und braucht sich dabei eigentlich gar nicht so viel Gedanken machen, was man essen soll. Auch wird die Resorptionsleistung des Darmes deutlich erhöht, sodass viele Nahrungsmittelunverträglichkeiten “ausheilen”, solange die Schwangerschaft besteht.

Nun aber die anstrengende Nachricht: Die Erfahrung hat aber auch gezeigt, dass Aborte gar nicht so selten sind, dass Missbildungen ein Thema sind und dass viele Krankheiten, die erst im Erwachsenenalter auftreten, ihren Ursprung schon im Mutterleib noch vor der Geburt genommen haben. Die Erfahrung hat auch gezeigt, dass man mit dem heutigen Wissen eigentlich sehr viel dagegen unternehmen konnte, wenn nur ein paar Regeln werden, die eigentlich gar nicht so schwer sind. Stellt man sich also die Frage, worum geht es bei der Ernährung in der Schwangerschaft eigentlich kristallisieren sich 4 Ziele heraus:

1. Schutz vor Vergiftung

2. Schutz vor Infektionen

3. Metabolische Programmierung beachten.

4. Versorgung mit allen notwendig Nährstoffen

Bei der richtigen Ernährung in der Schwangerschaft geht es also nicht so sehr darum was man essen soll um keine Mangelzuständen zu bekommen (das wird im Normalfall autonom durch Heißhunger auf verschiedene Nahrungsmittel von der Natur gesteuert) sondern es geht vielmehr darum, was man NICHT essen soll um das Kind vor Schaden zu bewahren. Ich möchte hier ein wenig ausholen und die Hintergründe erklären:

Schutz vor Vergiftungen

Da besteht zunächst einmal die Gefahr der Vergiftung des ungeborenen Kindes, denn jedes Nahrungsmittel enthält nicht nur lebensnotwendig Inhaltsstoffe wir zum Überleben brauchen, sondern auch giftige Bestandteile gegen Fressfeinde, für die wir ausgezeichnete Entgiftungssysteme haben, sodass wir in der Regel gar nichts von unseren täglichen kleinen Vergiftungen merken. Das ungeborene Kind muss sich diese Entgiftungsenzyme aber erst im Laufe seines Embryonallebens aufbauen und kann diese Gifte deshalb noch nicht so gut abbauen, sodass es beim Kind schon zu Schäden kommen kann, obwohl die Mutter gar nichts spürt. Kaffee ist ein typisches Beispiel: Während die Mutter große Mengen an Koffein entgiften kann, ist das ungeborene Kind noch nicht dazu in der Lage, einfach weil die entsprechenden Entgiftungsenzyme noch nicht vorhanden sind. Deshalb rät man der werdenden Mutter möglichst keinen Kaffee zu trinken.

Damit das Kind nicht ganz schutzlose den potenziellen Vergiftungen zu Beginn der Schwangerschaft ausgeliefert ist, bildet die Plazenta ein Hormon mit der Bezeichnung HCG (humanes Choriongonadotropin). HCG wird schon ganz früh in der Schwangerschaft gebildet, sodass es sogar beim Schwangerschaftstest als Nachweis für das Bestehen einer Schwangerschaft herangezogen wird. HCG führt bei der Mutter dazu, dass das Brechzentrum im Gehirn empfindlicher wird. Das ist auch der Grund, warum Übelkeit oft eines der ersten Anzeichen einer bestehenden Schwangerschaft ist und warum manche Frauen unstillbares Erbrechen im Rahmen der Schwangerschaft entwickeln. Der Sinn hinter diesem Phänomen liegt darin, dass die Mutter eine Abneigung gegenüber Nahrungsmitteln entwickelt, die potenziell gefährlich für das Kind sein können. Das Kind schützt sich auf diese Art davor, dass die Mutter etwas isst, was für das Kind möglicherweise giftig ist.

 

Dazu ein Beispiel: Hat eine nicht schwangere Frau Zwiebeln geliebt, kann bei derselben Frau im schwangeren Zustand bereits der Geruch von gerösteten Zwiebeln, Übelkeit oder sogar Erbrechen auslösen, sodass Zwiebel vermieden werden. Das Kind hat sich damit vor giftigen Zwiebelölen geschützt. So steuert die Natur die “richtige” Nahrungsaufnahme, solange nicht Mütter, Schwiegermütter, Freundinnen, Angehörige oder Gesundheitsberaterinnen dazu raten, dennoch dieses oder jenes Nahrungsmittel zu essen “weil es ja so gesund ist”. Vor allem muslimische Frauen sind hier großen Gefahren ausgesetzt, weil es in diesem Kulturkreis offenbar als unhöflich gilt Nahrung, die von der Schwiegermutter angeboten wird, abzulehnen, auch wenn es ihr “zum Kotzen” ist. Hier gilt die unumstößliche Regel “was man nicht mag, sollte man in der Schwangerschaft auch nicht essen!”-, auch wenn es unhöflich ist. Auch muslimische Schwiegermütter haben das zu akzeptieren, wenn sie sich nicht mitschuldig machen wollen, dass ihr Enkelkind Schaden erleidet

Schließlich ist noch darauf zu achten, dass es Stoffwechselstörungen gibt, bei denen im Körper der Mutter Toxine in übermäßigem Ausmaß entstehen, sodass es zu Schädigungen des Kindes kommen kann. Am besten bekannt ist das Homozystein, welches zu Schäden des Rückenmarks führen kann und durch Zufuhr der Vitamine B6 (Pyridoxin), B9 (Folsäure) und B12 (Cobalamin) leicht gesenkt werden kann. Vor allem die Zufuhr von Folsäure ist dafür bekannt, dass sie schützende Wirkung hat. Gleiches gilt aber auch für viele andere Spurenelemente und Vitamine.

Als weiteres Beispiel für Toxine, die durch die Mutter entstehen können, sei die Phenylketonurie genannt. Leidet die schwangere Mutter an dieser Krankheit und hält sich ihre spezielle Diät in der Schwangerschaft nicht streng genug ein, dann kann die anfallende Brenztraubensäure zu Schäden des Kindes führen. Es gibt Hunderte solcher – sehr seltenen Erkrankungen – die jeweils in spezialisierten Zentren behandelt werden müssen. Es gilt nur daran zu denken. Denn rechtzeitig erkannt kann hier ausgezeichnete Prävention betrieben werden.

Zu den häufigsten Toxinen welche in der Schwangerschaft unbedingt vermieden werden sollten zählen:

● Alkohol muss vollkommen gemieden werden! Hier gibt es keinen Kompromiss – auch nicht ein “Gläschen” Wein etc.

Jeder Arzt oder Ratgeber, der dies abzuschwächen versucht, handelt unverantwortlich! Alkohol während der Schwangerschaft kann zu Missbildungen Gehirnschäden führen. Schon 1 Glas Alkohol kann zu fetalem Alkoholsyndrom führen, da das Embryo Alkohol nicht abbauen kann!

● Nikotin: Rauchen MUSS in der Schwangerschaft aufgehört werden. Es kann zu Mangelgeburten und einer Reihe von Folgeschäden führen. Es zählt zu den Hauptrisikofaktoren für den plötzlichen Kindstod (SIDS). Und wird auch in Zusammenhang mit der Entstehung von Hyperaktivitätssyndrom gebracht. Vermeiden Sie auch den längeren Aufenthalt in verrauchten Räumen.

● Kaffee (Embryo kann Koffein nicht abbauen!). Koffein kann zu Aborten führen, wobei bis zu 1 Tasse Kaffee pro Tag noch tolerabel erscheint. Man kann davon ausgehen, dass Koffein ab ca. 375 mg/Tag zu einer erhöhten Abortrate führt. Dabei ist zu beachten, dass diese Menge durch ca. 1-3 Tassen Kaffee (je nach Stärke) oder andere koffeinhaltige Getränke (Schwarzer Tee, grüner Tee, Energydrinks, Cola, Trinkschokolade u. a. Getränke) schnell erreicht wird. Frauen, die zu habituellen Aborten neigen, sollten Kaffee und koffeinhaltige Getränke in der Schwangerschaft generell meiden.

● Nüsse: Enthalten sehr oft Pilztoxine, die vom Kind nicht entgiftet werden können. Meist schmecken befallene Nüsse “ranzig” aber nicht immer, und wenn man geriebene Nüsse isst, kann man davon ausgehen, dass immer einige Nüsse mit gemahlen wurden, die mit giftigen Pilzen versehen waren.

● Leber sollten Sie während der gesamten Schwangerschaft aufgrund des hohen Vitamin-A-Gehalts nicht essen (1 Portion Leber pro Woche kann bereits zu Fruchtschädigung führen!)

● Fische aus kontaminierten Schwermetallbelastung).

● Muscheln filtrieren Toxine aus dem Wasser und reichern diese Gifte an (z. Bsp. TNT aus Bomben in der Nordsee). Das Gleiche gilt für Algen (Beachte Alginate in industrieller Nahrung).

● Glutamat (wird als Geschmacksverstärker verwendet), passiert die Planzentaschranke und führt möglicherweise zu Schäden der embryonalen Hypophysenfunktion vor allem im 3. Trimester.

2 ● Kunststoffverpackungen (Plastikverpackungen, Plastikdeckel, Dichtung in Metalldeckeln etc.) können Weichmacher enthalten, die möglicherweise reproduktionstoxische Wirkungen haben (z. B. Bisphenol A, 2Ethylhexansäure u. v. a.).

● Suchterzeugende Drogen.

● Medikamente (Auskunft, welche Medikamente in der Schwangerschaft genommen werden können, findet man unter www.Embryotox.de)

Schutz vor Infektionen

Die gute Nachricht: Die Mutter versorgt ihr Kind mit Antikörpern und Abwehrstoffen und schützt dieses so vor Infektionen. Die schlechte Nachricht: Der Schutz des Kindes geschieht nicht in vollständigem Umfang. Die Mutter kann dem Kind nur Antikörper gegen Erreger mitgegeben, mit denen sie selber schon einmal Kontakt hatte oder gegen die sie geimpft wurde. Hatte die Mutter z. Bsp. nie Kontakt mit Masern und ist sie selber auch nicht gegen Masern geimpft, dann kann der Fetus bei Kontakt mit Masernviren erkranken und schwerwiegende Schäden davontragen. Deshalb sollten noch VOR der Schwangerschaft alle Schutzimpfungen überprüft und ggf. aufgefrischt werden.

Nahrungsmittel, bei denen bekannt ist, dass sie häufig mit Keimen infiziert sind, müssen unbedingt vermieden werden bzw. AUSREICHEND LANGE ERHITZT werden. Besonders gefährlich sind rohes Fleisch, roher Fisch, rohe Milch und Milchprodukte aus roher Milch sowie rohe Eier. Diese Nahrungsmittel müssen in der Schwangerschaft unbedingt vermieden werden oder so lange erhitzt werden, dass keine Keime darin überleben können. Auch halb-rohe Nahrungsmittel, rosafarbenes – Fleisch usw. müssen vermeiden werden, auch wenn der Koch beleidigt sein mag und behauptet, dass von diesem Gericht keine Gefahr ausgehen kann. Die rosa Farbe verrät, dass das Fleisch noch nicht ausreichend erhitzt wurde! Einige Beispiel von Lebensmitteln, die bekannterweise mit potenziell gefährlichen Keimen kontaminiert sein könnten, sind hier aufgezählt (Liste ist nicht vollständig)

Rohes Fleisch (Cave “Fleisch- und Wurstesser”)

Rohes Hackfleisch (Beef Tartar ist absolut verboten!).

Mettwurst.

Steak (medium rare)

Teewurst (Norddeutschland)

Carpaccio.

Salami.

Speck,

Manche Arten von Schinken (Prosciutto, jamon serrano, jamon crudo Rohschinken in Spanien etc.)

Rohwürste aus Schweinefleisch und -innereien

Leberwürste

Räucherwürste Nicht ganz Durchgegartes etc.

Rohe Milch und Rohmilchkäse müssen unbedingt vermieden werden, da sie häufig Keime enthalten, die beim Embryo zu Missbildungen führen können. Das gilt auch dann, wenn man diese Nahrungsmittel selber immer gut vertragen hat oder selber hergestellt hat. Das ungeborene Kind hat noch keine Abwehrkräfte gegen viele dieser Keime, während die Abwehr der Mutter zwar für sich selbst, aber nicht für das Kind ausreicht. Rohmilchkäse ist zwar zwingend zu Kennzeichen, oft ist diese Kennzeichnung aber so “klein” geschrieben, dass die Gefahrenkennzeichnung gerne übersehen wird.

3 Auf jeden Fall sollten Sie in der Schwangerschaft folgende Käsesorten meiden (je härter der Käse, desto ungefährlicher, denn Wasser wird für Bakterienwachstum benötigt, Liste ist unvollständig):

Unpasteurisierte Milch (das niedrigste Infektionsrisiko hat H-Milch).

Rohmilchkäse (z. B. Camembert, Brie) Rotschmiere-Käse (z. B. Quargel) Alle nicht pasteurisierte Milchprodukte (Bsp.: Emmentaler, Roquefort, Parmigiano-Käse, Hobelkäse, Greyerzer Käse, Graukäse, Sbrinz-Käse u.v.a).

Roher Fisch,muss unbedingt vermieden werden, Beispiel dafür sind:

 Sushi,  Rollmops u.a.. “eingelegte” Fischgerichte,  Lachs (Räucherlachs)

Rohe Eier (sofern nicht pasteurisierte Eier verwendet wurden):

 Tiramisu,  Mayonnaise,  Eierlikör u.a. Getränke bei deren Herstellung rohe Eier verwendet werden

Merksatz: “Cook it, peel it or leave it”

Metabolische Programmierung

Man weiß heute, dass die Art der Ernährung dazu führen kann, das gewisse Gene eingeschaltet oder ausgeschaltet werden können. Vor allem die Ernährung in der Schwangerschaft kann dazu beitragen, dass das Kind später übergewichtig wird Diabetes bekommt usw. So haben z. B. Kinder von Müttern, die in der Kriegszeit während der Schwangerschaft Hunger leiden mussten später ein erhöhtes Risiko, übergewichtig zu werden oder an Diabetes zu erkranken. Das gleiche Risiko besteht aber auch, wenn die Mutter in der Schwangerschaft zu viel isst. Was paradox klingt, lässt sich einfach erklären.

 

Im ersten Fall hat das Kind wegen des Hungers der Mutter ein sehr hohes Stressniveau und schüttet während der ganzen Zeit der Hungersnot vermehrt Stresshormone wie Cortisol aus. Es wird sozusagen mit einer Art “Cushing-Syndrom” (= Krankheit, bei der zu viel Cortisol gebildet wird und die mit starker Fettleibigkeit einhergeht) geboren und entwickelt im Lauf seines Lebens Übergewicht und schließlich eine Zuckerkrankheit (Altersdiabetes).

Im zweiten Fall (wenn die Mutter zu viel isst), muss das Kind für die Mutter Insulin produzieren und wird mit einer Art “Diabetes” geboren, was sich durch ein relativ hohes Geburtsgewicht äußert.

Sowohl ein zu wenig als auch ein Zuviel an Nahrung kann also zu späteren Krankheiten beim Kind führen. Hier sind vor allem Essverhaltensstörungen wie Anorexie, Bulimie, Binge Eating (Essattacken), Süßhunger etc. zu erwähnen, alles Zustände, die zum Arzt führen sollten, wobei zu beachten ist, dass sich der jeweilige Arzt mit solchen Krankheiten beschäftigt. Dem Gewichtsverlauf in der Schwangerschaft kommt also große Bedeutung zu. Die in der Folge angegebenen Werte sind jedoch nur als Richtwerte anzusehen und sind dem Individualfall jeweils anzupassen.

Die empfohlene Gewichtszunahme ist abhängig vom Ausgangsgewicht der Mutter. Eine zu geringe Gewichtszunahme bei niedrigem Ausgangsgewicht führt möglicherweise zu Entwicklungsrückständen beim Kind – hohes Ausgangsgewicht (BMI>26) mit hoher Gewichtszunahme kann zu hohem Geburtsgewicht des Kindes und den damit verbundenen Geburtskomplikationen führen. Im Allgemeinen wird der zusätzliche Energiebedarf in der Schwangerschaft aber überschätzt. So stimmt es nicht, dass die werdende Mutter „für zwei“ essen muss! Der hauptsächliche Gewichtsanstieg erfolgt im 2. und 3. SS-Drittel (14. – 40. SS-Woche). In den ersten Wochen der Schwangerschaft kann es auch zu einer Gewichtsabnahme kommen.

4 BMI

BMI <20

BMI 20-26

BMI 26-29

BMI >29

Zwillinge

Minimale/maximal Gewichtszunahme

12,5-18,0 kg

11,5-16,0 kg

7,0-11,5 kg

Mind. 6,0 kg

16,0-20,0 kg

Anmerkung: BMI= kg/Körpergröße in m2

● Im ersten Drittel der Schwangerschaft (1.-13. Schwangerschaftswoche) ist der Energiebedarf kaum erhöht (ca. um 150 Kcal/Tag).

● Ab der 14. Schwangerschaftswoche steigt der Mehrverbrauch auf ca. 350 Kcal/Tag (entspricht z. B. 1 Banane und 1 Becher Joghurt zusätzlich).

● Gegen Ende der Schwangerschaft wird meist die körperliche Aktivität reduziert, wodurch der Mehrverbrauch an Energie auf ca. 200 Kcal/Tag sinkt.

Versorgung mit allen notwendig Nährstoffen

Im Großen und Ganzen haben wir in den westlichen Ländern keine Mangelernährungen, trotzdem würde ich die Einnahme von speziellen Vitamin- und Nährstofftabletten empfehlen (Beratung durch den Apotheker) einfach um das Risiko eines Nährstoffmangels vollkommen auszuschalten, auch wenn es eigentlich (fast) nicht besteht. Warnen möchte ich aber vor der gesunden „Rohkost“, „Smoothies“ oder der oft in der Schwangerschaft empfohlenen übermäßigen Zufuhr von Ballaststoffen und Nahrungsergänzungsmitteln. Ballaststoffe binden die Spurenelemente wieder ab, sodass sie für das Kind gar nicht verfügbar sind und Rohkost stellt aus den o. a. Gründen ein hohes Risiko dar.

Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffpräparaten

Mangelzustände sollten am besten schon VOR einer (geplanten) Schwangerschaft behandelt werden (z. B. Folsäure, Iod, Eisen). Für Schwangere gibt es spezielle Vitamin- und Mineralstoffpräparate, deren Einnahme nur nach ärztlicher Anordnung in der vorgegebenen Dosierung erfolgen darf. Die unsachgemäße Einnahme von Vitaminpräparaten kann sogar gefährlich sein (z. B. durch Vitamin A-Überschuss). Die meisten Präparate enthalten aber Eisen in ausreichender Menge.

Für die Indikation zur medikamentösen Eisensubstitution gibt es genaue Richtlinien. Ein Eisenmangel bzw. eine Eisenmangelanämie sollte möglichst schon vor der Schwangerschaft behandelt werden und sich nach dem individuellen Ferritinspiegel richten (ab 70 µg/l ist keine Substitution mehr notwendig). Wenn man ganz genau sein will, kann man sich schon vor einer geplanten Schwangerschaft beim Arzt untersuchen lassen, ob ein Vitaminmangel oder Mangel an Spurenelementen oder Mineralstoffen vorliegt. Dabei ist die Bestimmung folgender Laboruntersuchungen empfehlenswert:

● Harnuntersuchungen: Calcium, Phosphat, Magnesium, Kreatinin und Iod

● Blutuntersuchungen: Folsäure, Vitamin B2 , Vitamin B6 , Eisen, Transferrin, Ferritin, HbA1c , Zink, Kalzium, Phosphat, Magnesium, Vitamin C und Retinol (Vitamin A). Ein Blutbild gibt Auskunft über eine möglicherweise bestehende Anämie, die ebenfalls vor einer Schwangerschaft behandelt werden sollte

Was ist bei veganer oder vegetarischer Ernährung zu beachten?

Vorab sei gleich festgestellt: Vegane Ernährung ist während der Schwangerschaft NICHT zu empfehlen, da es hier fast immer zu Mangelernährungszuständen sowohl des Kindes als auch der Mutter kommt. Hier MUSS auf zumindest auf eine vegetarische Ernährung umgestellt werden.

5 Bei vegetarischer Ernährung sind im Normalfall keine oder nur geringe Mangelerscheinungen zu erwarten, hier sollte man auf eine ausreichende Versorgung mit Eisen und Vitamin B 12 achten.

Weiterführende Merkblätter

● Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft

● Sodbrennen und Reflux in der Schwangerschaft

● Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum)

● Stillen und Ernährung

● Schwangerschaftsdiabetes

● ungewollte Kinderlosigkeit

 

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