Zum staatlichen Wohnungsbaufonds: Von Luftnummern, einem Verlierer und drei großen Gewinnern

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Man schreibt das Jahr 2015. Die Wohnungsbauministerin auf Abruf, Frau Maggy NAGEL (DP), mit ihren beiden Vasallen im Wohnungsbauministerium, den Damen Diane DUPONT (Architektin) und Andrée GINDT (Juristin), unterlässt keinen Versuch sich des Altchefs des staatlichen Wohnungsbaufonds, Daniel MILTGEN, am liebsten mittels publikumswirksamen Akzenten, zu entledigen.

 

Ihre erste öffentliche Irrwitzigkeit war eine medieninszenierte Klage gegen den Beamten D. MILTGEN bei der Staatsanwaltschaft. Der Tatbestand beruhte nach den Vorstellungen von Frau M. NAGEL und ihrer Juristin auf 1) prise illégale d’intérêts (art. 245 du Code pénal) et 2) trafic d’influence (art. 246 und 247 du Code pénal) im Rahmen eines privaten Immobilienprojektes in Leudelingen. Durch diese aufgebauschte Angelegenheit, auch Affäre „LIVINGROOM“ genannt, wurde die politische Legitimation zur unrühmlichen Entlassung von D. MILTGEN eingeleitet.  Leider viel zu spät aber erwartungsgemäß, wurde, Ende des Jahres 2018, durch eine rechtskräftige Entscheidung der Chambre du Conseil, das Strafverfahren gegen D. MILTGEN eingestellt.

 

Quasi phasengleich ließ Frau M. NAGEL ihre zweite Luftnummer vom Stapel. Telegen und photogen bestellte sie bei PwC ein Audit das den Beweis erbringen sollte, dass der staatliche Wohnungsbaufonds, und somit implizit D. MILTGEN, seinen Aufgaben nicht nachkommen würde. Auditor war der PwC Mitarbeiter Jacques VANDIVINIT mit seinem Team. Er wurde „begleitet“ (so nennt man das wohl) von einem ministeriellen Verbindungsausschuss bestehend unter anderem aus den beiden Damen A. GINDT und D. DUPONT. Das Resultat des Audits sollte dann auch dementsprechend ausfallen. PwC ließ kein gutes Haar an den Führungsgeschicken der parastaatlichen Institution.

 

Der, bereits im März 2015, von seinem Amt enthobene D. MILTGEN nahm öffentlich zu den schwerwiegendenen Vorwürfen von PwC, in einem mehrseitigen Text, akkurat Stellung. Hierzu war auf tageblatt.lu Folgendes zu lesen: „Er (MILTGEN) kritisiert die mangelnde Objektivität der Analyse, schreibt von Fehlern, billigen Behauptungen und sogar Lügen in dem Bericht. Sein Fazit: Das Audit sei eine „unprofessionelle Arbeit“, der es an „Objektivität“ fehle. Faktenreich widerlegt er zahlreiche Kritikpunkte“.

 

Wie gesagt, der Vorstandsvorsitzende des staatlichen Wohnungsbaufonds, D. MILTGEN, wurde am 18. März 2015 von seinem Amt enthoben, derweil die akademisierten Schlüsselpersonen dieser Amterhebung letztendlich zu den großen Gewinnern bestimmt wurden:

 

– Frau Diane DUPONT wurde zum Vorstandsvorsitzenden des Fonds du logement bestallt;

– Frau Andrée GINDT wurde zum Commissaire du gouvernement auprès du Fonds du logement verpflichtet;

– Herr Jacques VANDIVINIT wurde zum Direktor des Fonds du logement ernannt.

 

Luxemburg, den 7. Juni 2019

Daniel MILTGEN

 

 

 

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