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Frank Bertemes: Schöne neue Welt? 

Frank Bertemes: Schöne neue Welt?
wikipedia

Der technologische Fortschritt hat uns lediglich wirksamere Mittel zur Verfügung gestellt, um rückwärts zu gehen. (Aldous Huxley)

Schöne neue Welt (Original „Brave New World“) ist der Titel des 1932 erschienenen dystopischen Romans, einer negativen Utopie, des Universalgelehrten Aldous Huxley. Beschrieben wird darin die Gesellschaft des Jahres 2540 n. Chr., die zur Wahrung ihrer Stabilität in Kasten geordnet ist und jede Initiative zur Änderung der Strukturen durch Indoktrination, Konsum, Drogen und unmittelbare Befriedigung erstickt. Wer Huxleys Werk erwähnt, nennt in einem Atemzug George Orwells im Jahre 1949 erschienenes und heute hochaktuelles Meisterwerk „1984“. Auch wenn die Darstellung des gleichen Themas der beiden Schriftsteller – die sich auch kannten (Orwell war Huxleys Schüler) und die allerdings gegensätzlicher nicht sein konnten – inhaltlich absolut verschieden, in der Konsequenz allerdings identisch ist, so kann man im aktuellen Kontext folgende, aussagekräftige Brücke schlagen – frei nach Huxleys Zitat: Noch nie waren so viele so sehr wenigen ausgeliefert.

Orwell und Huxley. Schüler und Lehrer. 1984 und Schöne neue Welt – auch wenn „brave“ in der deutschen Übersetzung u.a. zwar auch prächtig, eher jedoch „tapfer, mutig, kühn“ bedeutetund das ist genau das, was im visierten Kontrollstaat absolut unerwünscht ist!  Das genaue Gegenteil ist der Fall, nur: Wie ergeht es jenen kritischen Menschen in unserer heutigen (Zuschauer-) „Demokratie“? Reizthemen „Pandemie“, „Corona-Impfung“, Klimadebatte, Ukraine-Konflikt, NATO, Aufrüstung, EU-Neoliberalismus usw.? Alles live und in Farbe erlebt, Gesellschaft gespalten wie nie zuvor – die Rechte profitiert…Weil das Polit – Establishment kläglich versagt – und dennoch, total beratungsresistent, schamlos (weil hilflos?) in dem Sinne ohne Rücksicht auf Verluste weitermacht! Und das ist keine Frage, deshalb auch die entsprechende Interpunktion!  Versager, Blender, Profiteure…Muss man das Buch des Autors Wolfgang Hetzer mit dem ebendiesem aussagekräftigen Titel „Politiker-Patrioten-Profiteure“ mit der Fragestellung „Wer führt uns Europäer an den Abgrund?“Heute stehen wir davor, morgen sind wir einen Schritt weiter (niemand lacht!) – tatsächlich wörtlich nehmen? Unverbesserliche? Opportunisten? Oder totale Versager? Streitkultur, basisdemokratische Auseinandersetzung, Diktat des Mainstreams …doch das alles nur als Randbemerkung, jedoch zum Thema durchaus passend.  Ach, ist das tumbe Wahlvolk etwa selbst schuld an der Politmisere?

Huxley lobte 1984, sagte aber seine Dystopie, seine Version der Zukunft, wäre die wahrscheinlichste. Orwell vs. Huxley: Wer hatte Recht? Wohl beide. Und ihre damalige Science-Fiktion- Visionen der Zukunft sind immer noch hochaktuell, weil ein Ende (der sich auflösenden Demokratie?) noch lange nicht vorauszusehen ist. Der heuer erlebte Rechtsruck (wobei Diktaturen von rechts oder von links doch absolut das gleiche „Resultat“ erzielen – bspw. China und die frühere Sowjetunion usw.) beweist dies bestens. In Aldous Huxleys dystopischem Weltstaat hält die herrschende Elite die Massen mit einem Narkotikum namens Soma und einer anhaltenden Orgie von zwanglosem, sorglosem Sex gefügig. Stattdessen wird in George Orwells Dystopie 1984 die Bevölkerung durch ständige Kriegsführung und einem hypereffizienten Überwachungsstaat mit dem Instrument der Angst in Schach gehalten. Sie scheinen zwei gegensätzliche Dystopien zu sein, doch in Wirklichkeit sind Orwells Welt und Huxleys Welt einfach zwei verschiedene Formen der Unterdrückung – in ihrer Konsequenz demnach gleich!

Die absolute Kontrolle als oberstes Ziel eines Staates. Laut Orwell müssen wir übermäßige Überwachung und Gewalt fürchten, besonders mittels vorenthaltener respektive strikt überwachter Informationen. Huxley seinerseits warnte vor jenen, die uns so viele Informationen geben, dass wir in der Informationsflut faktisch ersticken und dadurch auf Passivität und Egoismus reduziert werden. In der einen Welt wird versucht, die Fakten entweder zu vernichten oder opportunistisch zu verdrehen, in der anderen besteht ein Machtsystem, das uns vermitteln will, dass Fakten überhaupt nicht zählen oder eh niemanden mehr interessieren. Moderne Interpretation: Ablenkung durch die uns heute bekannte Kommunikationselektronik, den Massenkonsum der modernen Spaßgesellschaft – totales Desinteresse an Fakten, ob die nun stimmen oder nicht, ist eh völlig egal. In Huxleys Lesart: eine Gesellschaft der „Freude“, des Konsums und des Wohlstandes. Konsequenz: Egoismus und Narzissmus – alles wohlbekannt in „modern times“ – aktueller geht’s nicht! Oder auch Orwell, heuer übrigens bestens umgesetzt in Chinas Sozialkredit-System, der Totalkontrolle der Bevölkerung mittels eines „Punktsystems“, meint im Klartext: die Peitsche, sprich: Wenn Du das nicht tust, handelst Du am Rand der Gesellschaft.

Demnach: Huxleys hedonistische Spaßgesellschaft auf der einen, Orwells bestbekannter „Großer Bruder“ auf der anderen Seite. In beiden Fällen: absolut inexistente Demokratie! Wobei der demokratische Rechtsstaat sich besonders durch „das freie Wort“ als wichtigstes Instrument zur Regulation der Demokratie auszeichnet, dieser folglich niemals  mittels Gewalt vorgeht– der gelebten Alltagspraxis der Diktatoren dieser Welt.

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Wir wurden von zwei visionären Meisterwerken der Science-Fiktion- Literatur vor ebendiesen Entwicklungen gewarnt.

Wo stehen wir heute und wo steuern wir hin?

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