Néckel Ritz: A qui profite le crime?

0
553
Photo de Eugene Liashchevskyi provenant de Pexels

                                 

Gleichermaßen wie in der Kriminalistik stellt sich diese Frage in Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg. Antworten auf diese Frage gibt es. Nur muß man bereit und ehrlich genug sein sie sich selbst einzugestehen. Über das weitverzweigte Pipelinesystem Nordstream 1 versorgt sich Europa West und Ost zu einem mehr oder minder großen Anteil mit Erdgas und Erdöl aus den unermesslichen Rohstoffreserven der russischen Föderation. Nicht nur in Luxemburg wurde Russland über Jahre seit der deutschen Wiedervereinigung als Freund und zuverlässiger Wirtschaftspartner hofiert. Parallel hierzu wurden unsere „früheren russischen Freunde“ bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit immer schärferen wirtschaftlichen Embargos, Sanktionen und Lieferstoppen für jedes nicht im Einklang mit unseren ach so gepriesenen hohen „westlichen Werten“ zu vereinbarende Handeln bestraft. Sanktionen und Handel hielten sich praktisch die Waage. Hierzu sei gesagt: Mit „Freunden“  und Geschäftspartnern spricht man auf gleichberechtigter Ebene, man  belegt sie nicht mit Sanktionen und Einfuhrstoppen. Geheimdienstliche Scharmützel, Alexei Nawalny; im Westen als politischer Dissident hochstilisiert; Annexion der Krim, Anerkennung der abtrünnigen selbsternannten Republiken des Donbas seien hierzu nur am Rande notiert. Putin wird unentwegt  bestraft wie ein kleiner Junge ohne gutes oder lobende Wort. Ein Kind kann in diesem Fall zu einem bösen Kind werden, so auch Putin der zum Bösewicht mutierte. War es etwa von irgendeiner Seite so gewollt, oder vorprogrammiert?  Wird hauptsächlich Russland sanktioniert? Gegenbeispiele, welche  einer ähnlichen Sanktionierung durch den Westen, sprich die EU bedurft hätten gibt es zur Genüge: Julian Assange, australischer investigativer  Journalist, praktisch seit 2012 seiner Freiheit beraubt, 2019 beim Verlassen der equadorianischen Botschaft in London,  von den britischen Behörden, auf Bestreben der USA verhaftet und seitdem in Großbritannien  in Auslieferungshaft.  Sein einziges Verbrechen:  Als Gründer und Sprecher der „Wikileaks“ Plattform hatte er sich zum Ziel gesetzt, geheimgehaltene  Dokumente allgemein verfügbar zu machen. Kriegsverbrechenähnliche Handlungen der US-Army kamen unteranderem an die Öffentlichkeit. Die russische Föderation annektiert  2014 die Halbinsel Krim. Völkerrechtsbruch nach westlichem Verständnis. Vergleich: Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates vom 22.11.1967 im Rahmen des 3. Nahostkrieges, verlangt den  Rückzug  Israels aus den besetzten Gebieten. UN Sicherheitsrat in New York: 15 stimmberechtigte Mitglieder. Resultat der Abstimmung: 15 für, bei keiner Gegenstimme und keiner Enthaltung. Laufend macht sich Israel durch Siedlungsbau in der Westbank des unaufhörlichen Landraubs schuldig. Sanktionen des Westens gegen Israel ? Ausser hypokritischen leeren Worten nichts! Wegen geschichtlicher wahrer  Hintergründe unmöglich.  Menschenrechte in China? Am besten wir sehen einfach weg. Olympische Winterspiele 2022 in Peking. Peinlich, aber machbar. Auch wir waren dabei und mit Staatschef. Gefundenes PR-Geschenk für Staatschef Xi Jinping. Hierzulande machte man fast einen Krampf um diese politische Klippe ohne Schiffbruch zu umschiffen. Sanktionen gegen China? Lächerlich, undenkbar, hängt doch die ganze EU wirtschaftlich am chinesischen Tropf. Wirtschaftlicher Totalcrash nur im kleinen Luxemburg vorprogrammiert.  Siehe chinesische Banken, Cargolux, CFL-Multimodal  Bettembourg……

Kriegerische Konflikte gibt es z.Z. mehrere auf der Welt. Nur ist uns der Ukrainekrieg  geographisch am nächsten. Schauen wir nach Jemen. Eine unter Saudi-Arabien geführte militärische Koalition bombt den Jemen zurück in die Steinzeit. Unsagbares Leid, Hunger, Tod und Völkermord sind seit Jahren die Folge. Das Interesse am Jemenkrieg der „westlichen Wertegesellschaft“ unter Führung der USA ist faktisch null! Außer Steinen gibt es im Jemen nichts zu holen. Sanktionen gegen Saudi-Arabien oder die A.R.E. ? Beide arabischen Länder Musterbeispiele in der Achtung der Menschen- und Frauenrechte! Erdöl, wirtschaftlicher Erfolg und ungebremstes Wachstum lassen alle Menschenrechte total verblassen. Als Krönung veranstaltet die Welt in Dubai die Weltausstellung. Jemen ist nicht präsent, aber Luxemburg glänzt mit Pomp, Protz und vielen Millionen. Werbung für Dubai bis in die hinterste Ecke des Landes. Selbst Luxair unterhält neuerdings eine reguläre Flugverbindung nach Dubai, damit auch der letzte Grüne nicht per windbetriebenem  Katamaran dorthin reisen muß. Dies sind nur einige Beispiele des paradoxen Politikverständnisses unserer „westlichen Wertegesellschaft“. Was die nun  seit  2014 unentwegt dieser „Wertegesellschaft“ zustrebende Ukraine betrifft, so wurde sie am 24.02.2022 von Wladimir Wladimirowitsch Putin  militärisch im totalen Völkerrechtsbruch überfallen, nachdem die US-Behörden gebetsmühlenartig diesen Angriff vorausgesagt, oder vielleicht herbeigesehnt hatten. Endlich hatte Putin den ausgelegten Köder geschluckt. Nicht durch Zufall waren die mit dem Bau von Nordstream 2 beschäftigten niederländischen und schweizer Konzerne bereits lange vor Ausbruch des bewaffneten Konflikts mit US-Sanktionen belegt worden, sind die beiden Pipelines den USA doch seit langem ein Dorn im Auge. Gegen so günstig exportiertes, energieeffizient und wenig Treibhausgase emittierendes Erdgas, ist per Schiff verfrachtetes Flüssiggas auf dem europäischen Markt chancenlos. Die USA haben selbst durch Inkaufnahme eines schmutzigen Stellvertreterkrieges, 1.- erfolgreich für eine Totgeburt von Nordstream 2 gesorgt. Der Zweck heiligt die Mittel zum Dreifacherfolg. 2.-Putin ist zum Kriegsverbrecher mutiert, Initiator eines todbringenden Krieges, ausgetragen auf dem Territorium eines fremden Landes, auf dem Rücken dieses Volkes, welches Volk nicht zu merken scheint, dass es missbraucht wird um den geostrategischen Machtgelüsten einer verblassenden Weltmacht zu dienen. 3.- Sorgt der Konflikt doch  zur gigantischen Befeuerung der Waffenindustrie. Die menschlichen und wirtschaftlichen Folgen diese Tragödie verspüren wir  bereits hierzulande teils sehr heftig. Seit Jahren spülen die unter den verschiedensten US-Präsidenten in Koalition mit den „Willigen“ geführten, „gerechten Kriege und Umsturzversuche“ in allen Teilen der Welt, nach Hinterlassen von am Boden liegenden Wirtschaften, Chaos, Hunger und Tod, Scharen von Flüchtlingen in die EU. Ihre Unterbringung in abgetakelten Hotels; -Resultat einer verfehlten Tourismuspolitik in Luxemburg; in ehemaligen Gesundheitsstrukturen und früheren staatlichen Dienstwohnungen sprechen Bände.

Die Treibstoffpreise in Luxemburg sind wohl jetzt jedem hinlänglich bekannt. Trendenz durch die Decke. In den USA kostet Diesel pro L. berechnet 0,82 €/0,94 USD; Benzin 0,84 €/0,96 USD, Mittelwert 09.03.2022. Man muss wissen, der USD fungiert als eine Art Weltreservewährung. Erdöl importierende Länder welche sich am Weltmarkt mit Öl versorgen wollen, sind gezwungen große Reserven von USD zu horten, da Erdöl weltweit ausschließlich in US-Währung bezahlt wird. Als Emittent des USD druckt die US-Zentralbank viel mehr USD wie die teils marode Wirtschaft der USA garantieren kann und exportiert so ihre ureigene Inflation in die anderen Länder des Globus.

Der Afghanistankrieg ist jüngst zu Ende gegangen und der IS liegt größtenteils am Boden. Ein neues geschärftes Feindbild muss her und ist mit Russland gefunden. Wir arbeiten unter US-Führung fleißig daran mit. Bei den Münchener Philharmonikern  wird der russische Weltklassedirigent Valery Gergiev entlassen, weil er sich weigert sich öffentlich von Wladimir Putin zu distanzieren. Als transatlantischer Musterverbündeter liefert Luxemburg Waffen sowie kriegswichtige Güter an die Ukraine und zeigt auch auf kultureller Ebene Scharfsinn mit der Verbannung der russischen Filmbeiträge vom Lux Film Fest. In Esch-Alzette geht man noch einen Schritt weiter in russophober Haltung. Das Monument zu Ehren sowjetischer Zwangsarbeiter im 2. Weltkrieg wird auf Eis gelegt. Dazu sollte man wissen, dass Nazideutschland im 2. Weltkrieg 5,7 Millionen russische Kriegsgefangene machte von denen 3,3 Millionen den Konflikt nicht überlebten. Von 1942-1945 wurden auf dem Reichsgebiet, zu welchem z. d. Zeitpunkt auch Luxemburg gehörte zirka 750.000 russische Zwangsarbeiter unter erbärmlichen und lebensbedrohlichen Bedingungen zwangsbeschäftigt. Eigentlich müssten wir uns schämen.

Die USA pochen mit Nachdruck auf ein zusätzliches totales Embargo auf russischen Ölimporten in der EU. Ein Stopp der russischen Gasexporte wäre mit Sicherheit die Folge und würde zu einer weiteren Verschärfung des Konflikts führen.

Ist für die EU nicht die Zeit reif,  sich aus dieser über 70jährigen transatlantischen Allianz zu lösen, welche in eine transatlantische Umklammerung zu mutieren scheint?

Jeder müsste sich selbst die Frage stellen: „A qui profite le crime?“

 

Neckel Ritz

Wasserbillig

 

 

 

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here