Frank Bertemes: ZYNISCH?

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Image par Gerd Altmann de Pixabay

en Zyniker ist ein Mensch, der von jedem Ding den Preis und von keinem den Wert kennt.

Oscar Wilde

 

Das Adjektiv “zynisch” bezeichnet eine gefühllose, menschenverachtende Haltung. Eine Haltung, mit der ein  Zyniker der Welt und seinen Mitmenschen begegnet. Zynismus :  kalt und mitleidlos. Zugleich gilt der Zynismus als typische Geisteshaltung der Moderne, die nicht mehr an die Gestaltbarkeit der Welt und schon gar nicht an irgendeine Sinnhaftigkeit zu glauben vermag. Kalter Zynismus geht noch weiter und kann zum EU-weiten Problem werden…

 

Und das wird dann durchaus zu einer gesellschaftlichen Frage. Auch ein Problem unserer zunehmend  digital „gestalteten“, immer (gefühls-) kälteren Welt, die gewisse Kreise allerdings bestens arrangiert, weil diese  ihren egozentrischen Profitinteressen sehr hilfreich ist. Das in einer Welt, die sich in einer ungeheuren sanitären Krise befindet und in der sich noch so einiges „post-Corona“ abspielen wird, das ist schon mal sicher. Ob nun ein definierter Plan, eine klare Absicht der Machteliten dahinter steckt oder nicht, sei im Kontext dieser Zeilen nicht so relevant.  Doch der Zynismus gewisser Machtzentren ist eine Eigenschaft, der vor allem die multinationalen Konzerne schamlos und völlig skrupellos unterliegen.  Corona hin oder her, alles Menschliche interessiert sie nicht. Der Zyniker kennt den Preis – eben nicht den Wert! Dem Kapital schadet dieses Virus direkt nicht, im Gegenteil: Die wirklich Reichen werden davon noch mehr profitieren, kleine und mittlere Betriebe werden trotz vollmundiger Politsprüche leider sehr zu leiden haben, einige gar Pleite gehen.

Image par Free-Photos de Pixabay

Das vor den EU-Wahlen angekündigte „Soziale Europa“ oder das  „Europa der Bürger“ wird zur Farce degradiert, die Volksdemokratie immer mehr dem Diktat der Eliten unterliegen, gar noch weiter geschwächt werden. Auch das ist sehr wohl eine (gewollte?) Folge der „Corona-Krise“. Der Zynismus der Konzerne wird heuer demnach immer mehr zur EU-Angelegenheit. Einer EU, deren Unterstützungsgelder nach dieser sanitären und der dieser in Bälde unweigerlich folgenden sozialen Krise nach dem Willen der profitgierigen Konzerne auf deren Konten landen sollen –  statt auf jenen der unschuldig in Not geratenen Bürger Europas respektive der kleinen und mittleren Betriebe, mit deren hohen Steuerlast die Budgets der Mitgliedsstaaten und eben der EU-Haushalt wirklich gespeist wird. Zum Zynismus der Konzerne ein aktuelles Beispiel: Volkswagen, Renault und andere Autobauer wollen Zuschüsse für veraltete Verbrennungsmotoren, die Lufthansa will Milliarden Unterstützung – und das ohne jede Umwelt- oder Klimaauflagen. Europäische Zuschüsse sind jedoch gefälligst an strenge Auflagen zu knüpfen, das wäre die politische Message an die EU-Politik. Die Realität sieht jedoch völlig anders aus: Schamlos verlangen die Konzerne bedingungslose EU-Unterstützungsgelder, um sich zu retten und ohne eine Zukunft für Mensch und Umwelt zu bedenken. Und, man kann sicher sein: die etablierte EU-Politkaste wird mitspielen, inklusive jener Parteien, die sich vor langer Zeit einmal „grün“ schimpften – ach ja, CETA lässt schon mal grüßen, da hat man nämlich so ziemlich die letzte grüne Glaubwürdigkeit verspielt! Doch damit sei eben noch nicht Schluss, wie wir noch erleben werden…

 

Denn ihr Wille geschehe – der Wille der Macht, der Wille des Kapitals, der Wille der Banken und Konzerne…die Diktatur der Zyniker!

 

„Zyniker glauben, dass jeder genauso korrupt ist wie sie selbst.“

(Original engl.: “Cynics regarded everybody as equally corrupt.) – Zitat des US-amerikanischen Schriftstellers  Robert Anton Wilson : „Schrödingers Katze”

Frank Bertemes

 

 

 

 

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