Frank Bertemes: Landwirtschaftspolitik dem Klima anpassen!

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Image par Sergio Cerrato de Pixabay

GAP

 

„Die größte Gefahr für unseren Planeten ist der Glaube, dass jemand anderes ihn rettet.“

(Robert Swan)

 

Bringt der April viel Regen, so deutet es auf Segen, sagt eine Bauernregel. Viel Regen gab es in den beiden letzten Jahren nicht –  und auch dieses Jahr war es bisher zu wenig.  Konsequenz: es drohen massive Ernteausfälle. Ein trockener Frühling ist noch kein Klimawandel, aber drei in Folge sagen deutlich, dass wir handeln müssen. Für die Landwirtschaft heißt das: So schnell nachhaltig werden, wie es nur geht. Dürre ist nur ein Anzeichen für das sich rasant ändernde Klima. Stürme und heftige Regenfälle sind andere, mit denen die Landwirte zu kämpfen haben. Die Landwirtschaft garantiert unsere Ernährung und es ist in unser aller Interesse, dass wir unsere Lebensmittel mit möglichst wenig Umwelt- und Klimaschäden auf den Teller bekommen.

 

Die Verantwortung für eine anständige, qualitativ hochwertige  Agrarpolitik liegt bei der EU – wie so oft. In diesen Kontext passt die aktuelle GAP – Debatte.  Dazu folgendes: Die 1962 eingeführte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU ist eine Partnerschaft zwischen der Landwirtschaft und der Gesellschaft, zwischen Europa und seinen Landwirten. Sie hat zum Ziel, die Landwirte zu unterstützen, die Produktivität in der Landwirtschaft zu verbessern, den EU – Bauern ein angemessenes Einkommen zu ermöglichen, zur Bekämpfung des Klimawandels im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen beizutragen, die ländlichen Gebiete und Landschaften in Europa zu erhalten, sowie die Wirtschaft in ebendiesem ländlichen Raum durch Förderung von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft, der Agrar – und Ernährungswirtschaft in den damit verbundenen Branchen zu beleben. Die GAP ist eine gemeinsame Politik für alle Mitgliedsstaaten der EU. Sie wird aus den Mitteln des EU-Haushalts auf europäischer Ebene finanziert und verwaltet.  Soweit die offizielle Definition eines Begriffes, der in der EU immer wieder zu Debatten Anlass gibt.

 

Bekanntlich  erhalten viele Landwirte Subventionen von der EU, egal, wie sie wirtschaften und wie sich das auf das Klima auswirkt. Das kann in der Form nicht mehr richtig sein und das zu ändern steht heuer auf der EU – Agenda. Denn gerade in diesen Wochen werden im EU – Parlament die Bedingungen der EU – Zuschüsse debattiert, wahrlich eine zukunftsorientiert wichtige Debatte, die allerdings nicht besonders diskutiert wird – leider! Es wäre an der Zeit, dass die Landwirte nur dann Steuergelder bekommen, wenn sie den entsprechenden nachhaltigen Kriterien nachkommen, wobei das Stichwort Biolandwirtschaft selbstredend fallen muss. Interessant in diesem Kontext GAP sind die Stellungnahmen in den aktuell verbreiteten Unterschriftensammlungen von europäischen Bürger – und Umweltorganisationen an ihre EU – Abgeordneten, Texte, die uns  generell zusammenfassend folgendes mitteilen wollen: Stellen Sie sich vor, Ihre Gehaltsabrechnung weist aus, wie viel Ihres Gehalts von der EU stammt, was, auf den Bereich der Landwirtschaft übertragen, heißt:  Für einen Landwirt in Deutschland sind es 40 Prozent, in Schweden fast 60 Prozent und in der Slowakei können es sogar 88 Prozent sein. Den überwiegenden Teil dieser Subventionen erhalten die Landwirte je nachdem wie viel Boden sie bewirtschaften. Und das ist ein Zuschuss für die Fläche, jedoch nicht für das, was darauf geschieht. Leider halten viel zu viele Landwirte an Anbaumethoden fest, die uns mit Pestiziden belasten, Bienen und Vögel töten und die Atmosphäre aufheizen. Sie müssen dringend auf eine nachhaltige Landwirtschaft ohne chemische Dünger und Unkrautvernichter umstellen. Eine nachhaltige Landwirtschaft ist nicht nur besser für die Umwelt, sie ist auch besser an Dürre angepasst und übersteht sie mit weniger Ernteausfällen.

 

Das Europaparlament stellt die Weichen dafür, wie die europäische Landwirtschaft in den nächsten sieben Jahren gefördert werden soll. Die Abgeordneten wollen sich – und deshalb die Aktualität dieser Zeilen – noch im Juni auf eine gemeinsame Vorlage einigen, über die im Herbst abgestimmt wird. Es gilt demnach nachhaltig und  zukunftsorientiert sicherzustellen, dass darin Klima und Artenvielfalt Vorrang eingeräumt wird. Die EU muss endlich klar machen,  dass nur Landwirte gefördert werden, die Klima und Umwelt achten.

 

Denn es gibt eben keinen Planeten B und niemand anderes wird ihn retten….

 

Frank Bertemes

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