De PCR-Test an d’Dokter aus Bayern

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Image par fernando zhiminaicela de Pixabay

Presseinformation

München, 10. Oktober 2020

Aussagekraft von PCR-Tests auf SARS-CoV-2 erhöhen

Die Delegierten des 79. Bayerischen Ärztetags haben am 10. Oktober in München die Bayerische Staatsregierung dazu aufgefordert, Anstrengungen zu unternehmen, die millionenfach durchgeführten RT-PCR-Tests auf SARS-CoV-2 mit Aussagekraft zur tatsächlichen Infektiosität eines Trägers des Coronavirus auszustatten.

In mehreren wissenschaftlichen Arbeiten sei der Zusammenhang zwischen der Zahl der Amplifikationszyklen im PCR-Zyklus bis zum Auftreten eines positiven Signals und der Nachweisbarkeit eines kultivierbaren Virus belegt worden, so der Beschlusstext.

Im Rahmen eines PCR-Tests werden die in einer Probe enthaltenen Erbgutspuren in mehreren Zyklen immer wieder verdoppelt. Ist eine einzelne Spur des Virus vorhanden, so sind es nach dem zweiten Zyklus bereits zwei, nach drei Zyklen vier, nach zehn 1.024 etc., bis zum Auftreten eines positiven Signals. Bei Proben mit viel Virusmaterial schlägt der Test relativ schnell an. Sind dazu mehr als 35 Runden nötig, trägt der Patient laut führenden Virologen in der Regel aber eine geringe Viruslast in sich, die mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vermehrungsfähig ist.

Nach Ansicht des Ärztetags sollten einschränkende infektionshygienische Maßnahmen auf solche PCR-positive Personen beschränkt werden, bei denen ein nennenswertes – im politischen Diskurs festzulegendes – Risiko für die Weiterverbreitung von COVID-19 bestehe.

Derzeit sieht die Gesetzeslage vor, dass sich alle positiv auf das Virus getesteten Personen in Quarantäne begeben müssen.

Pressestelle

Bayerische Landesärztekammer Pressestelle Dagmar Nedbal Mühlbaurstraße 16 81677 München Telefon: 089 4147-268 Fax: 089 4147-202 E-Mail: presse@blaek.de www.blaek.de

1 COMMENT

  1. Merci fir deen Artikel, dat gouf och schonn a fréieren Etüde festgestallt, leider intresséieren sech ons Politiker net dofir.

    Ein Artikel der New York Times macht nun auch auf ein Problem der PCR-Tests aufmerksam, nämlich dass diese zu sensitiv sind, aber keine Aussage darüber ermöglichen, ob jemand erkrankt und ansteckend ist. Schon eine minimale Viruslast wird als positiv angezeigt, daher werden viele Menschen, die als positiv getestet werden, nicht nur asymptotisch sein, sondern auch nicht ansteckend.
    Es gehe nicht wie bei den PCR-Tests nur um ein Ja oder Nein zur Anwesenheit von Sars-CoV-2-Viren, sondern um eine Schätzung der Viruslast, womit sich auch abschätzen lassen könnte, wie ansteckend eine Person ist. “Es ist wirklich irrational”, so wird der Epidemiologe Michael Mina von der Harvard T.H. Chan School of Public Health zitiert, “die Erkenntnis zu übergehen, dass dies ein quantitatives Thema ist.”
    Testdaten aus Massachusetts, New York und Nevada, so eine Überprüfung der NYT, würden zeigen, dass 90 Prozent der positiv Getesteten kaum mit Viren infiziert seien.

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