Frank Bertemes: Alternativlos?

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Photo de Miguel Á. Padriñán provenant de Pexels

„Der Mensch steht heute vor der Alternative: Untergang des Menschen oder Wandlung des Menschen.“

Karl Jaspers  –  Philosoph und Psychiater (1883 – 1969)

                                            

Die Frage der in diesem Beitrag thematisierten Alternative ist heute jedenfalls hochaktuell: Untergang oder Wandlung…alternativlos?  Die Alternative, die andere Möglichkeit, die Wahl zwischen zwei oder mehreren Dingen. Es gibt natürlich gewisse Kreise innerhalb der Welteliten, die längst wissen, wo’s lang gehen soll. Klar, sind sie es doch, die uns Normalos, die des eigenen Denkens scheinbar nicht fähig sind, die entsprechende Richtung für unsere Zukunft vorzugeben gedenken. Das soll natürlich so veranstaltet werden, dass alles tunlichst reibungslos abzugehen hat, so dass wir diesen gewollten Umbruch unserer Welt und unserer Gesellschaft nicht mitbekommen, vor allem aber nicht diskutieren sollen, meint: Widerstand zwecklos, etwaige Alternativbewegungen unerwünscht! Die uns allen vorgegebene Richtung soll demzufolge eben alternativlos sein!

 

Der gewollte große Umbruch nach COVID-19 ist in der Tat kein Geheimnis und muss an sich nicht unbedingt als direkt negativ gesehen werden – sofern eine bessere Zukunft und ein Wechsel hin zu einem neuen, menschengerechten Wirtschaftssystem erzielt werden soll, eine Wirtschaftsweise, die dem kollektiven Wohlergehen Vorrang vor Profit und BIP-Wachstum einräumen wird. Nur: Wird dem so sein? Pures Wunschdenken? Kann man von gewissen Eliten erwarten, dass sie von heute auf morgen vom kalten, gierigen Neoliberalen zum Gutmenschen mutieren können? Zweifel sind wohl mehr als berechtigt…

 

Die aktuelle Pandemie hat etwas klar und deutlich bewiesen: “Angst essen Seele auf “.  Das bedeutet, dass große oder dauerhafte Ängste den Menschen nicht nur seelisch – psychisch stark beeinträchtigen und das Immunsystem schwächen, sondern auch sehr beeinflussbar, gar manipulierbar zu machen vermögen, ein durchaus gefährliches Risiko, geht es doch um mehr als „nur“ um Gesundheit, um sehr viel mehr… Und das vereinfacht die Durchführung gewisser Absichten durchaus. Um den einführend zitierten Philosophen Karl Jaspers – ein Repräsentant der Existenzphilosophie –  im vorliegenden Kontext zu bemühen, geht es hier darum,  die Alternativlosigkeit der Wandlung des Menschen als einzige Alternative zum ansonsten drohenden Untergang mit dezidiertem Tatendrang durchzusetzen, womit man eigentlich, wie schon erwähnt positiv betrachtet, durchaus einverstanden sein kann. Die vielfachen Probleme dieser Welt können in der Tat mit leichten Reformen der bestehenden „Weiter so“- Mentalität natürlich nicht mehr gelöst werden, und das dürfte wohl jedem einleuchten.  Nur: es geht nicht nur um die (durchaus wünschenswerte) Wandlung des Wirtschaftssystems, sondern – und darin liegt die große, die eigentliche Gefahr – der Weg hin zum (unerwünschten) Transhumanismus. Das zu „kreierende“ analog-digitale Zwitterwesen, der (im Sinne der entsprechenden Vorgaben) weiterentwickelte „Homo digitalis“, der den Gesetzen ebendieses Transhumanismus‘ zu gehorchen hat  und der kaum mehr als Mensch zu erkennen sein wird.  Ein Transhumanismus, der vorgibt, eine (vermeintliche) „Verbesserung der menschlichen Biologie“ durch Technik und genetische Eingriffe anzustreben. Ach, kann man da die mRNA – Revolution im Bereich der Hightechmedizin einfügen – Stichwort: Corona-Impfung? Doch das sei nur so nebenbei bemerkt…Die Zukunft soll allerdings, so jedenfalls die Absicht der Riesen der Tech-Branche, die heute schon mit unseren Nutzerdaten Milliarden verdienen, noch deutlich digital schlimmer werden: das Metaversum soll ihr Ziel sein! Ach ja, Meta – da klingelt doch schon was:  Facebook, Meta – für Zuckerberg die Zukunft des Internets, die Entmenschlichung des „klassischen“ menschlichen Wesens. Laut Wikipedia ist das Metaversum ein kollektiver virtueller gemeinsamer Raum, der durch die Konvergenz von virtuell erweiterter physischer Realität und physisch persistentem virtuellen Raum entsteht, einschließlich der Summe aller virtuellen Welten, der erweiterten Realität und des Internets. Der Begriff wird üblicherweise verwendet, um das Konzept einer zukünftigen Iteration des Internets zu beschreiben, das aus persistenten, gemeinsam genutzten, virtuellen 3D-Räumen besteht, die zu einem wahrgenommenen virtuellen Universum verbunden sind. Klingt kompliziert, soll aber Zukunft sein – zumindest nach dem Willen jener, die es so wollen. Und wenn es einmal soweit sein wird, hat es jeder verstanden. Der Akzeptanz-Test jeglicher neuer Nutzungsformen (siehe beispielsweise Teams, Zoom usw. im Arbeitsalltag, Stichwort Home-Office) wurde schon weltweit im Rahmen der Pandemie abgeliefert, und so soll es mit den gewollten virtuellen Interaktionen weiter gehen… Wer zweifelt daran?

 

Wird der digitale Raum ein Ausweg, gar ein Fluchtweg aus der (scheinbar) „unbewohnbar“ werdenden analogen Welt, aus der sich heute schon gewisse Netz-Nerds in ihrem täglich gepflegten „Second Life“ im Internet verabschiedet haben und längst zu Soziopathen, meint Menschen mit evidenter psychischer Störung ihres Sozialverhaltens, geworden sind? Soll das Metaversum tatsächlich die zukünftige Welt sein, in der wir leben sollen, wirklich leben wollen? Laufen wir dann mit Smartbrillen und sonstigem Unfug herum und riskieren, jeglichen Kontakt mit einem normalen, irdischen Leben zu verlieren? Um in einer digitalen, dem menschlichen Wesen unwürdiger Parallelwelt herumzugeistern, die unsere Gesellschaft definitiv zerstören wird?

Alternativlos?

Frank Bertemes 

 

 

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