Daniel Miltgen: ” j’accuse”!

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Image par Tumisu de Pixabay

offener Brief an den Premierminister von Luxemburg

 

 

 

Mit Verlaub, Herr Xavier Bettel und Co., ich muss Sie wegen des grob fahrlässigen Handelns anklagen.

Mein vierwöchiger und sehr schmerzhafter Aufenthalt in der Thorax Klinik in Heidelberg, gefolgt von einer dreiwöchigen Präsenz in der Lungen-Rehaklinik „Schön“ bei Berchtesgaden,  vor fast genau einem Jahr, legitimieren diese Zeilen. Umso mehr, als ich unter keinen Umständen am Corona-Virus erkranken darf, eine ernsthafte Gefahr der Sie und Ihre Vasallen mich, auf grob fahrlässige Art und Weise, aussetzten und wohl noch weiterhin, für längere Zeit, aussetzen werden.

 

Seit dem Jahre 2012 (lies: seit geschlagenen 96 Monaten) ist der Politik bekannt, dass das deutsche Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, an der auch das Robert-Koch-Institut beteiligt ist, die Risikoanalyse „Pandemie“ veröffentlichte. Dieses Werk, das regelmäßig überarbeitet und veröffentlicht wird, „dient der vorsorglichen Beschäftigung mit möglichen Gefahren und den zu erwartenden Auswirkungen auf die Bevölkerung, ihre Lebensgrundlagen und die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Ihre Ergebnisse sollen als Informations- und Entscheidungsgrundlage dienen und somit eine risiko- und bedarfsorientierte Vorsorge- und Abwehrplanung im Zivil- und Katastrophenschutz ermöglichen“.

 

Nachweislich verfügte die Politik demnach seit sehr langer Zeit über ein wissenschaftlich fundiertes Regelwerk zur optimalen, wenn nicht sogar perfekten, Organisation des politisch-administrativen Handelns beim Eintreten einer Pandemie. Ebenso hätten die Details zur Auflockerung der Ausgangssperre in einer besonneneren Atmosphäre ausgearbeitet, erklärt und gemäß intelligentem Plan durchgesetzt werden können. Doch die Politik setze offensichtlich andere Akzente in anderen Politikbereichen als im Gesundheitswesen und musste letztendlich kopfüber kopfunter, nicht selten begleitet von hysterischen Anfällen, die COVID 19-Pandemie nach ihrem ad hoc-Gusto managen.

 

Letztendlich erlaubten die prall gefüllten Staatskassen Luxemburgs die groben Handlungsfehler, der oft überforderten Politiker und ihrer Schergen, zu übertünchen. Die Reservate ungenügender Mundschutzmasken und kaum vorhandener Beatmungsgeräte sowie ungenügender Intensivbetten u.v.a.m. konnten kurzfristig durch kostenintensive Panikkäufe aufgestockt werden, wenn auch nicht selten mit Material bedenklicher Qualität.

 

Die Politik versagte kläglich und nahm, dennoch oder deswegen, den anderen Ländern blindlings nachäffend, eine ganze Nation, im Wechselbad von „Jugend forscht“ und offensichtlicher Ratlosigkeit, in Geiselhaft, fuhr das wirtschaftliche Geschehen in eine Betonmauer und lenkte die öffentlichen Finanzen in ein Desaster.

 

Nichtdestotrotz lassen sich die Choreographen der ganzen Misere ungetrübt als Helden, der stark gebeutelten, Nation feiern und denken nicht im Traum daran politische Konsequenzen aus dem faktisch hausgemachten Gau zu ziehen, obwohl ein derartiger Schritt dem Anstand angemessen wäre.

 

Daniel MILTGEN

Hon.-Regierungsrat

 

 

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