CSSF und Finanzbildung !

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image credits:CSSF

 

 Bank und Kredit (…)das kräftigste Mittel, die kapitalistische Produktion über ihre eignen Schranken hinauszutreiben, und eins der wirksamsten Vehikel der Krisen und des Schwindels“

 

Karl Marx war der Ansicht, dass die Krisen des Kapitals irgendwann zu einer Dauerkrise des Kapitalismus führen würden und dass die Bürgerliche Gesellschaft eben doch nicht die Inkarnation des Weltgeistes war. Dass dem so ist, stellt der Normalo unserer Welt, der tatsächlich noch für sein Geld arbeiten muss, und nicht, wie für eine Minorität der gleichen Welt,  das Geld für ihn (oder sie natürlich), so ziemlich  tagtäglich fest. Und es scheint, dass gerade heute – und dies nach dem Wettstreit der Ideologien und Systeme, bei dem der dem Menschenbild des Humanisten wenig hilfreichen Kapitalismus wohl eher nur übrig geblieben ist, als dass er gesiegt hätte – die Marxschen Überlegungen zur Krise mal wieder einen Blick wert sind. Marx is back, wie selbst wenig „kommunismusfreundliche“ und daher pro-kommunistisch völlig unverdächtige amerikanische Zeitungen noch vor ein paar Monaten titelten. Es gibt selbst christliche Autoren, die zugeben, dass Marx  –  diesen mit ihrem Jesus auf die gleiche Stufe setzend –  doch recht hatte! Auch wenn Karl Marx den Kasinokapitalismus der heutigen Welt, an der sich auch nach der Weltfinanzkrise des heißen Herbstes 2008 an sich rein gar nichts geändert hat – außer dass sich die Regierungen dem Diktat der Banken noch mehr unterworfen haben und das tumbe Wahlvolk blechen muss – in seiner heutigen Form so natürlich nicht voraussagen konnte.

 

Stichwort: Weltfinanzkrise. Oder globale Finanzkrise, die ihren Höhepunkt am  15. September 2008 erreichte, als die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz anmeldete. Es war die größte Firmenpleite der Geschichte – vor allem aber war es der Beginn der schlimmsten weltweiten Finanzkrise seit 1929. Die Auswirkungen sind bis heute spürbar. Und nun sagen uns die Banken via CSSF hierzuländchen, was Sache ist! Denn diese Eliten lassen mitteilen….Herr Marx (welch pikanter Zufall) faselt von „Finanzbildung aller Bürger“ als Konsequenz der Finanzkrise, die gezeigt habe, dass ebendiese visierte (Zitat Marx, Claude – natürlich) „Finanzbildung eine wichtigere Rolle im Leben aller Bürger spielen“ müsste…Sollte man nicht eher den Banken ob ihrer Geld- und Profitgeilheit eine entsprechenden Bildung im Sinne von „Geld und Ethik“ empfehlen – von wem auch immer? Vielleicht (nach eher konservativem, menschlichen Weltbild) von der einfachen Hausfrau und Mutter, die sich genau mit der Einteilung des Haushaltsgeldes auszukennen hat und weiß, wie man sparen muss und mit Geld umzugehen hat? Oder die vielen Sparer, die man mit der den „Märkten“ zudienenden lächerlichen Zinsen auf ihre Sparguthaben verhöhnt? Und eine politische Klasse, die beharrlich schweigt? Dies übrigens zu ziemlich allem, was uns die Banken an Kosten und (fragwürdigen) Gebühren so aufzwingen. Und dann erlaubt man sich doch tatsächlich, pikanterweise ebenfalls von Seiten der CSSF, in diesem Kontext irgendetwas von der „Stärkung des Verbraucherschutzes“ von sich zu geben – und im gleichen Atemzug den Bürgern als Verbrauchern dieses Landes Probleme im  „Verständnis  der entsprechenden Informationsvermittlung“ (vulgo Dummheit) zu unterstellen. Und die Politik? Steht bestens vertreten daneben – und schweigt!

 

www. letzfin. lu – Wissensvermittlung im Finanzbereich –  Informationsportal „lëtzfin“, ein dynamisches Lernspiel in Form eines „Chatbots“ –  „FinGol: The Financial Game of Life“ –  „Lëtzfin Budget“  – wir Erwachsenen lernen endlich „Budgetverwaltung“ – „Lëtzfin Pocket money“ , na klar, in modern times darf eine App zur Budgetverwaltung für junge Leute natürlich nicht fehlen. Und all diese schönen Instrumente der heuer von der CSSF diktierten Finanzbildung für das normale Konsumvolk der digitalen Welt der Zukunft sollen uns also behilflich sein, irgendwie über die Runden zu kommen. Und zwar so, wie das Kapital, die Geldeliten dieser Welt es von uns verlangen. Top – kann man da nur zugeben!

 

Ach ja – und dann wurde so ganz nebenbei aus Marxschem Munde (Claude wiederum) das Thema zweite und dritte Säule der Altersvorsorge angequatscht: Betriebsrenten und (vor allem) die staatlich teilweise ungeförderte Vorsorge, also etwa private Lebens – oder Rentenversicherungen sowie die private Vorsorge mittels  Fondssparplänen. Und vergessen wir die kommenden (EU – diktierten) Rentensteuern nicht – so sieht nämlich die kommende Sozialpolitik aus  – man höre dazu sehr genau die rezenten Aussagen unseres  zukünftigen EU-Kommissars Nicolas Schmit – weitere  Steuern, die natürlich ebenfalls die heutigen Renten – und Pensionsbezieher*innen betreffen werden….Auch wenn man das in der Form tunlichst (noch) verschweigt. Denn die Zeche zahlt bekanntlich immer das Volk – und nicht die Roboter, die das lästige (lohnabhängige) Arbeitsvolk ersetzen werden!

 

In der Tat, wir brauchen ob all dem, was noch auf uns zukommen wird – und somit  hat die CSSF doch recht – tatsächlich alle eine, so Marx (Claude, wiederum), wissensvermittelnde Finanzbildung, darüber hinaus jedoch „ ein nachhaltiges Finanzverhalten“, das es (im Sinne des alternativlosen kapitalistischen Systems, versteht sich) „ zu fördern“ gilt.

 

Wo bleibt der vollmundig angekündigte soziale Systemwechsel?

 

Wo die Abkehr vom brutalen Kapitalismus?

 

Wo das Soziale Europa?

 

Und, so Shakespeare,

 

Frank Bertemes

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