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Ernesto Fluni: Die Kunst des Schweigens – oder wie man Bürger effizient ignoriert 

Ernesto Fluni: Die Kunst des Schweigens – oder wie man Bürger effizient ignoriert
Image par Ernie A. Stephens de Pixabay

Es gibt Dinge, die ändern sich nie. Eine davon ist die bewährte Methode, unliebsame Fragen einfach nicht zu beantworten. Die effektivste Strategie gegen Kritik bleibt das Totschweigen. Verwaltungen perfektionieren dieses Prinzip seit Jahrzehnten: Anfragen versanden, Beschwerden verschwinden in kafkaesken Mühlen der Bürokratie, und wer wirklich hartnäckig bleibt, bekommt nach sechs Monaten vielleicht eine nichtssagende Antwort – wenn überhaupt.

Aber wer kann es den Verantwortlichen verdenken? In einer Welt, in der Information die ultimative Waffe ist, ist gezieltes Nicht-Informieren die beste Verteidigung. Wer nichts sagt, kann nicht falsch liegen. Wer nichts verspricht, kann nichts brechen. Und wer gar nicht erst reagiert, kann nie beschuldigt werden, gelogen zu haben. Ein Meisterwerk administrativer Zen-Philosophie.

Und wenn doch einmal eine Reaktion nötig wird, dann am besten in Form einer standardisierten Mitteilung, etwa vom SBB (Service zur Beruhigung der Bevölkerung):

„Wir sind uns der Problematik bewusst, können jedoch aus rechtlichen Gründen keine Maßnahmen ergreifen.“

Oder – noch ehrlicher – mit den Worten von Grobschnitt:

„Wir möchten es nicht versäumen, Sie darauf hinzuweisen, dass der künstliche Nebel, den Sie bereits seit zehn Minuten einatmen, eine äußerst giftige Substanz darstellt, die bereits nach wenigen Augenblicken zur Bewusstlosigkeit und zum Tode führen kann. Wir danken Ihnen für das Vertrauen, das Sie uns entgegengebracht haben …“

Demokratie 2.0 – Redefreiheit mit Gebührenordnung

Natürlich darf jeder seine Meinung sagen – solange er bereit ist, die Konsequenzen zu tragen. Ein falsches Wort, eine zu

Image par Oscar Castillo de Pixabay

scharfe Kritik, und schon kann es teuer werden. Wer öffentlich auf Missstände hinweist, sollte sich nicht wundern, wenn plötzlich ein Anwaltsschreiben im Briefkasten liegt. Meinungsfreiheit bedeutet schließlich nicht, dass die eigene Meinung auch erwünscht ist.

Und wer sich durch den Dschungel der Bürokratie klagt, wird schnell feststellen: Gerechtigkeit ist ein Luxus, den sich nicht jeder leisten kann.

Die Bürger als freiwillige Statisten

Aber seien wir ehrlich: Würden sich die Menschen wirklich ändern wollen? Tief im Inneren wissen doch viele, dass es einfacher ist, sich mit der Situation abzufinden. Der goldene Käfig ist weich gepolstert, die Ablenkungen sind zahlreich, und solange das eigene Auto größer ist als das des Nachbarn, scheint die Welt in Ordnung. Freiheit ist anstrengend, Anpassung dagegen bequem.

Und so dreht sich das Rad weiter: Politiker verkünden bedeutungsschwere Phrasen, Medien füllen Spalten mit nichtssagenden Artikeln, und die Bürger fühlen sich irgendwie ernst genommen – zumindest bis zur nächsten Wahl. Dann darf wieder entschieden werden, wer einem als Nächstes nicht antwortet.

Aber keine Sorge: Wer Geduld hat, wird irgendwann eine Reaktion bekommen – beispielsweise in Form einer Steuererhöhung oder einer neuen Verwaltungsgebühr. Denn eines ist sicher: Wenn es ums Bezahlen geht, funktioniert die Kommunikation immer einwandfrei.

Schweigen ist Macht

Solange die Bürger das Spiel mitspielen, bleibt alles, wie es ist. Die wahre Kunst der Verwaltung liegt nicht in der Problemlösung, sondern in der perfekten Illusion von Teilhabe. Wer das durchschaut, hat zwei Möglichkeiten: sich fügen – oder unbequem werden.

Doch wer unbequem wird, sollte sich darauf einstellen, dass er im System nur als Störfaktor wahrgenommen wird.

Denn Demokratie bedeutet nicht, mitzubestimmen – sondern damit zu leben, dass andere entscheiden.

Ernesto Fluni

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