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Ëmwelt

Frank Bertemes: Pestizid-Hammer? 

Frank Bertemes: Pestizid-Hammer?
Image par Th G de Pixabay

¨Das Übel wird sich stets mit Übeln häufen

Und, wenn es euch nicht töten kann, nur mehr

Und mehr mit jedem Tag euch quälen.

Johann Wolfgang von Goethe

*foodwatch ist deutlich (Zitat): „Pestizide, Entwaldung, Lebensmittelsicherheit: Wie von Sinnen erfüllt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen Agrarlobby-Wunsch nach dem anderen. Die Liste ist lang. Und sie liest sich wie die Wunschliste der Konzernbosse. Verkleidet wird das als Antwort auf die Herausforderungen, vor denen die EU steht: Russland, USA, Wirtschaftskrise. Nur: Pestizide unbegrenzt zulassen – wie soll das gegen Putin helfen? Weniger Vorsorge gegen die Rinderseuche BSE – das wird Trump kaum beeindrucken. Gentechnik auf dem Acker – steigert nur die Gewinne von Bayer und Syngenta. Die kanadische Publizistin Naomi Klein nennt das die „Schock-Strategie“: Konzerne nutzen Krisen, um ihre Interessen im Handstreich durchzusetzen. (…)“

Es ist eigentlich unglaublich, jedoch leider wahr…das Übel geht trotz heftigster Gegenwehr der diversen Umweltschutz- und Verbraucherorganisationen ungeniert und rücksichtslos weiter: Trotz aller jahrelang bekannten heftigen Debatten um das Reizthema Ackergifte sollen ebendiese nach dem Willen der neoliberalen EU – Kommission künftig sogar unbefristet zugelassen werden. Im Klartext: Die EU-Kommission will bestimmte Pflanzenschutzmittel, wie beispielsweise das bestbekannte Glyphosat, künftig zeitlich unbegrenzt zulassen. Die bislang erforderlichen regelmäßigen Neuzulassungen mit den entsprechenden Verfahren sollen laut einem Gesetzesvorschlag aus Brüssel nicht mehr gelten. Eine persönliche Bemerkung, die mir ein bestens informierter Landwirt zuflüsterte: Es gibt (anscheinend) noch wesentlich schlimmere Ackergifte als eben das vieldiskutierte Glyphosat …Der Normalo – Verbraucher weiß eben so vieles nicht und das wohl aus der Ursache, dass er eben vieles nicht wissen soll, meint natürlich wissen darf!

Wie wichtig das Thema ist, kann man am Beispiel des wohl am meisten konsumierten Obstes, unseres gesunden Apfels, illustrieren.

Image par congerdesign de Pixabay

Im Herbst 2024 ließ das Umweltinstitut München 18 Apfelproben aus unterschiedlichen Anbauregionen auf Pestizidrückstände testen, darunter sechs aus biologischem Anbau. Die Stichproben zeigen: Fast alle konventionell angebauten Äpfel enthalten Rückstände mehrerer Pestizide – eine direkte Folge der intensiven chemischen Behandlung im Apfelanbau. Auch wenn gesetzliche Grenzwerte nicht überschritten wurden, können die gefundenen Rückstände gefährlich sein: Der sogenannte Cocktaileffekt kann die Wirkung einzelner Pestizide verstärken oder verändern. Alle getesteten Bio-Äpfel waren dagegen frei von Pestizidrückständen. Einmal mehr zeigt sich: Bio-Anbau ist besser für Mensch und Natur. (Quelle: Umweltinstitut München e.V.)

Die EU-Kommission will – und man kann es einfach nicht fassen – dass Pflanzenschutzmittel, wie eben das mehr als umstrittene Glyphosat, in der EU künftig zeitlich unbefristet zugelassen werden dürfen. Das geht aus einem Gesetzesvorschlag hervor, mit dem die Kommission Genehmigungsverfahren vereinfachen will. Demnach sollen die bislang erforderlichen regelmäßigen Neuzulassungen für die visierten, höchst bedenklichen Wirkstoffe abgeschafft werden. Die entsprechend vehementen Proteste der Umweltorganisationen werden dabei von der wieder einmal in den aktuellen Schlagzeilen der Medien kritisierten Kommissionspräsidentin schlicht und einfach ignoriert. Diese Dame und deren Kommission macht tatsächlich so ziemlich was sie will. Dazu gehört auch dieses Weihnachtsgeschenk an die Agrarindustrie, das man allerdings nicht weiter öffentlich thematisieren wollte, kam dieser „Pestizid-Hammer“ doch verdächtigerweise kurz vor Weihnachten. Die für unsere Natur und unsere Gesundheit drohenden Gefahren, die man schamlos weiter zu treiben gedenkt, sind scheinbar kein besonderes Thema. Der Vorschlag der Kommission sei “stark von den Forderungen der Pestizidindustrie beeinflusst” kritisierte der Geschäftsführer des Pestizid-Aktionsnetzwerks PAN, Martin Dermine. Und weiter: “Die ersten Opfer dieses Rückschritts in Sachen Gesundheit und Umwelt werden die Landwirte und die ländlichen Regionen sein, die toxischen Pestiziden ausgesetzt sind.“ Das müsste doch auch unsere Landwirte und ihre Organisationen sehr interessieren…

Doch noch ist der Plan, der als weiterer Abbau der EU-Bürokratie gilt, der jedoch klar ein gefährliches Risiko für Umwelt und Gesundheit darstellt, nicht durch: Im Januar muss von der Leyen noch die Abgeordneten des Europäischen Parlaments überzeugen. Doch wie werden diese reagieren?

Und: Wie verhält sich unsere Regierung in dieser pikanten Problematik?

Man darf gespannt sein…

*foodwatch entlarvt die verbraucherfeindlichen Praktiken der Lebensmittelindustrie und kämpft für das Recht der Verbraucherinnen und Verbraucher auf qualitativ gute, gesundheitlich unbedenkliche und ehrliche Lebensmittel. foodwatch ist unabhängig von Staat und Lebensmittelwirtschaft und finanziert sich aus Förderbeiträgen und Spenden. foodwatch ist ein gemeinnütziger Verein, dem jede und jeder beitreten kann.

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