„Über Rosen lässt sich dichten, // In die Äpfel muss man beißen.“
Johann Wolfgang von Goethe Faust. Der Tragödie zweiter Teil
Der Apfel ist nicht nur lecker, sondern liefert dazu noch viele Vitamine, neben den Vitaminen A und der B-Gruppe, vor allem Vitamin C. Das Obst ist reich an wertvollen Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und wichtigen Ballaststoffen, wie Pektin mit verdauungsfördernder und cholesterinsenkender Wirkung. Nur: Kann man noch ohne Bedenken in einen Apfel beißen? Dem scheint nicht mehr so zu sein… Dem Apfelfreund, der jedoch ausschließlich Bioäpfel isst, sind diese Bedenken ob der Schadstoffbelastung der Äpfel längst bekannt.

Im Herbst 2024 ließ – wie in einem letzten Text über die Pestizid-Problematik an dieser Stelle bereits erwähnt – das Umweltinstitut München 18 Apfelproben aus unterschiedlichen Anbauregionen auf Pestizidrückstände testen, darunter sechs aus biologischem Anbau. Die Stichproben zeigten, dass fast alle konventionell angebauten Äpfel Rückstände mehrere Pestizide enthielten – eine direkte Folge der intensiven chemischen Behandlung im Apfelanbau. Auch wenn gesetzliche Grenzwerte nicht überschritten wurden, können die gefundenen Rückstände dennoch gefährlich sein: Der sogenannte Cocktaileffekt kann die Wirkung einzelner Pestizide verstärken oder verändern. Alle getesteten Bio-Äpfel waren dagegen frei von Pestizidrückständen. Einmal mehr zeigt sich: Bio-Anbau ist besser für Mensch und Natur. (Quelle: Umweltinstitut München e.V.)
Auch hierzulande ist das Thema brandaktuell, wie eine kürzlich vom Mouvement Ecologique veröffentlichte europaweite Analyse von Pesticide Action Network Europe (PAN Europe) zur Belastung von Äpfeln durch Pestizide ebendiese ernste Problematik bestätigt. Die Umweltorganisation hatte sich an dieser Studie beteiligt und Luxemburger Proben beigesteuert. Insgesamt wurden (Zitat) „59 Proben von jeweils 500 g Äpfeln aus konventionellem Anbau analysiert. 3 Proben stammten aus Luxemburg. Nur 7% aller untersuchten Äpfel enthielten keine Pestizide, die Luxemburger Proben lagen dabei bei der Belastung zudem teilweise über dem EU-Durchschnitt.“
Auch wenn der Präsident des Lëtzebuerger Uebstbauveräin sich „schockiert“ über die ob der Analyseresultate sicherlich berechtigten Vorwürfe zeigt, so gilt dieser Schockzustand doch eher mehr für den Konsumenten, oder nicht? Der Mann scheint genau zu wissen, wer von seinen Mitgliedern wann, wieviel und besonders was er oder sie so spritzt – was sicherlich nicht der Fall ist. Wie oft wurde das Thema „Apfel“ im Kontext Pestizide diverser Art hierzulande eigentlich schon thematisiert? Selten, wenn überhaupt…Es ist durchaus bedenklich, wie gewisse Produzenten angesichts der Faktenlage reagieren, nämlich indem sie verharmlosen, ihre (wie oft kontrollierte?) Praxis verteidigen und mit teilweise lächerlichen Behauptungen untermauern – als ob man, wie in einem Radio-Interview behauptet, allen Ernstes die wertvolle Präsenz des Marienkäfers zur Vermeidung des Einsatzes von Pestiziden konsequent überwachen würde oder dass man ohne Bedenken sofort in einen gekauften Apfel beißen könnte – gerade das sollte man eben besser unterlassen…Stichwort: „Vorbeugendes“ Spritzen, eine gefährliche Praxis , so kritische – konventionell – anbauende deutsche Obstbauern, die verantwortungsvoll im Umgang mit sogenannten „Pflanzenschutzmitteln“ im Apfelanbau umgehen . Experten warnen davor, dass Pestizide (eben) für Marienkäfer besonders gravierend wirken. Die überaus nützlichen Tiere sterben durch diese Pestizide. Sie reagieren viel empfindlicher auf Gifte, als es beispielsweise Blattläuse tun. Das sei deshalb so, weil sie eine große Anzahl von vergifteten Beutetieren zu sich nehmen und dadurch einer viel höheren Dosis ausgesetzt wären. Wissend, dass es in Deutschland Obstbauern gibt, die in einer einzigen Saison bis zu 40-mal (sic!) spritzen – mit allen Konsequenzen nicht „nur“ für die Konsumenten, sondern ebenfalls für die Atemluft, die Böden und sogar (laut Messungen) für Kinderspielplätze, die mit ebendiesen gefährlichen Chemikalien der Pestizide kontaminiert sind…
Was sagen denn unsere Obstbauern dazu? Schweigen im Walde…Und unsere Politelite? Nichts, rein gar nichts!
Egal wie, einmal mehr ist besonders der Gesetzgeber, meint die Politik im Interesse des Konsumenten gefordert. Man sollte, wenn schon gespritzt wird, zudem für unsere Gesundheit möglichst unbedenkliche Mittel einsetzen und zudem seriöse Grenzwerte festlegen, die dann auch konsequent kontrolliert werden müssen…