Mit gerade einmal 17 Jahren hat der Student Joé Freilinger es geschafft – ohne einen einzigen Cent vom Film Fund, mit einem Mini-Budget von 17.000 € und einem Team aus Freunden, Schülern und Familienmitgliedern – einen 90-minütigen Spielfilm zu produzieren. Sein Krimi-Drama „Vermësst“ hatte im April 2025 Premiere.


Doch den Mut und die Liebe zum Film, als junger Regisseur so enthusiastisch und mittellos ins kalte Wasser zu springen, quittierten einige aus dem saturierten Film-Milieu mit einem süffisanten Lächeln. Was einige Filmkritiker dem unternehmungslustigen, jungen Filmschaffenden jedoch nicht verziehen, war die Tatsache, dass dieser 17-Jährige die „Dreistigkeit“ aufbrachte, seinen Film auch öffentlich in luxemburgischen Kinos zu zeigen.
Schmutzkampagne statt Filmkritik
Die Beurteilung, ob der Film nun gut, mittelmäßig oder schlecht ist, sollte dem nicht vorprogrammierten Publikum überlassen bleiben. Doch diese Chance bekam der junge Nachwuchsregisseur nicht.
Was dann in einzelnen Medien an Gehässigkeiten, destruktiven Attacken, ja sogar Bösartigkeiten gegen den Film inszeniert wurde, war armselig:
„Vermësst, eppes, wat ee kaum als Film bezeechne kann“ (Joy Hoffmann).
„Katastroph… null Kredibilitéit… grotteschlecht Schauspillerei… keng Spuer vu Kreativitéit“ (100,7).
Der Film des jungen Nachwuchsregisseurs wurde von diesen angepassten Filmkritikern regelrecht in Stücke gerissen. Mit in dieser Heulorgie … ein gewisser Jean-Pierre Thilges.
Ex-„Film-Papst“ Thilges gegen Teenie-Regisseur

links zungenstreckender Filmkritiker Thilges
rechts Filmproduzent Rotuno bei Preisverteilung
Dieser heutige Pensionär Thilges hielt und hält sich für eine Art Genie, einen Allwissenden in Sachen Film. Als selbsternannter „Kritik-Papst“ der luxemburgischen Filmszene baute er sich über Jahrzehnte hinweg ein dichtes Netzwerk beim Film Fund, bei Wettbewerben, Juryentscheidungen, in den Medien und bei Produzenten auf.
Mit seinen Kritiken in den Medien diktierte er regelrecht, welche Filme in Luxemburg als „Meisterwerke“ zu gelten hatten und welche öffentlich zerrissen werden sollten. Noch bevor „Vermësst“ überhaupt in den Kinos gezeigt wurde, begann Thilges, den Film abzuwerten, um ihn anschließend in seinem persönlichen Blog hinzurichten.
Wenn Pensionäre über Kinos herrschen wollen

Dass der Kritik-Papst Thilges und der nicht minder an Arroganz und Überheblichkeit strotzende Pensionär Hoffmann sich das Recht herausnehmen, entscheiden zu wollen, welche Filme in den Kinos gezeigt und welche extra muros bleiben müssen, ist ein Affront sondergleichen.
Tatsächlich gab es Zeiten, in denen diese beiden Herren, die nicht als Altruisten bekannt sind, mächtig direkt im Kinogeschäft mitmischten. Diese Zeiten sind vorbei! Und trotzdem verteilen die beiden Herren Punkte und maßen sich das Recht an, im Kino-Geschäft weiter Gift zu versprühen.
Dass dem jungen Filmteam abgesprochen wird, durch die Kinoeinnahmen etwas Geld zu verdienen, ist armselig – umso mehr, wenn man bedenkt, dass beide Pensionäre alles andere als am Hungertuch nagen.
Kritiker mit Doppelmoral

Dass Herr Thilges an maßloser Selbstüberschätzung leidet und der Verdacht auf Megalomanie besteht, ist in der Szene kein Geheimnis. Über Jahre hinweg war dieser Herr parallel zu seinen Filmkritiken als „Journaliste Professionnel“ (wie er sich selbst nannte) auch Geschäftsmann und Geschäftspartner mancher Filmschaffenden.
Mit zahlreichen Produzenten, deren Filme vom Film Fund mit Millionen Steuergeldern finanziert wurden, arbeitete er Hand in Hand. So bot der clevere Geschäftsmann über seine Firma Hatari Publishing S.à.r.l. der Filmszene und den Produzenten diverse Dienstleistungen an: „traductions multilingues, adaptation en langue luxembourgeoise, sous-titrages multilingues, scénarios, synopsis, dossiers de presse.“

Die Liste der Produzenten und Filmemacher, die auf Thilges’ Angebote zurückgriffen, ist lang. Die von ihm bearbeiteten Filme fanden dann natürlich ihren Weg in die Kinos respektive auf den Fernsehschirm. Dreimal darf der brave und geduldige Zuschauer raten, wie Thilges dann eben diese, von ihm bearbeiteten Filme, quer durch die Medien als Kritiker bewertete. Gedanken über Interessenkonflikte? Kein Thema! Schließlich standen dem Kritiker-Papst beim Gros der schreibenden, sprechenden und filmenden Medien die Türen weit offen.
Geschäftemacher, Kritiker, Strippenzieher
Pikant ist auch die Tatsache, dass Thilges mehrere Jahre Mitglied des „comité exécutif“ des Film Fund war und exzellente Beziehungen zu dessen allmächtigem Direktor pflegte. Fakt ist: Er nutzte sein weit verzweigtes Mediennetzwerk, um gezielt Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung zu nehmen. In keinem anderen Land wäre eine derartige auffällige Verflechtung und starke, nahezu schizophrene Einflussnahme durch einen Geschäftsmann und Journalisten in einer Person möglich gewesen.
Medien fest im Griff
Quer durch die Medienszene hatte Thilges seine Finger im Spiel: Républicain Lorrain, RTL, Revue, TéléRevue,

TéléHebdo, Tageblatt, Jeudi, Quotidien, Land, Feierkrop – verschiedene Filmzeitschriften gehörten zu seinen Kunden. Teils operierte er unter eigenem Namen, teils unter Decknamen wie „Marie-Amandine“. Kaum einer in der Filmszene wagte es, dem „Kritiker-Papst“ zu widersprechen, ohne dem Risiko ausgesetzt zu sein, in einen Hagel vernichtender Kritik zu geraten.
Durch Thilges’ persönliche Verflechtungen mit Produzenten, Medien und Entscheidungsinstanzen beim Film entstand ein nahezu undurchdringliches Machtgeflecht. Allerdings schienen einige wenige Medienhäuser nach langer Zeit die krassen Interessenkonflikte des Filmkritikers erkannt zu haben, indem sie ihn zur Tür hinauskomplimentierten – respektive, dass er selbst wutentbrannt die betreffenden Redaktionen verließ.
Die Causa Freilinger – Thilges’ Eigentor

Am Ende bleibt festzuhalten: Jean-Pierre Thilges hätte sich selbst und der Filmszene einen Gefallen getan, wenn er den jungen Studenten Joé Freilinger und sein Erstlingswerk „Vermësst“ in Ruhe gelassen hätte. Stattdessen wählte er den Weg der persönlichen Herabsetzung . Unabhängig davon, ob der Film nun gelungen, misslungen oder ein Flop war – die Art und Weise, wie Thilges einen 17-jährigen Schüler öffentlich demontierte, wirft ein miserables Licht auf seine Rolle als pensionierter Kritiker.
Ironischerweise hat Thilges mit seinem Vorgehen vor allem sich selbst geschadet. Statt als Stimme der Expertise wahrgenommen zu werden, wirkt sein Verhalten wie ein Akt der Machtdemonstration – und damit wie ein Relikt vergangener Zeiten, in denen einige wenige unantastbare „Kritiker“ darüber bestimmten, welche Filme in Luxemburg gezeigt werden durften und welche nicht.
Die „Causa Freilinger“ zeigt, dass solche Machtstrukturen brüchig geworden sind. Junge Filmschaffende lassen sich heutzutage weniger einschüchtern, das Publikum entscheidet direkter, und die mediale Vielfalt macht veraltete Machtstrukturen zunehmend obsolet.
In diesem Sinne könnte man sagen: Der Versuch, Joé Freilinger kleinzumachen, war für Thilges nichts anderes als ein Eigentor.
Vielleicht noch ein letzter Gedankengang aus der Szene : Hätte der junge Nachwuchsregisseur sein Projekt nur einige Jahre früher realisiert, wären ihm wohl alle Türen offen gestanden. Ein Auftrag an die Firma des damaligen, allmächtigen „Filmpapst“ für Übersetzungen oder Untertitel hätte wahrscheinlich genügt – und der Rest wäre vermutlich wie Schlagsahne gelaufen: leicht, cremig, perfekt … ja, fast schon wie “geschmiert”.

“THILGES-der Sahneclown auf der Schueberfouer
Untenstehend Ausschnitte aus der Reaktion der Filmemacher auf die Kritikaster:

Dieser Spruch , diese Weisheit, geht auf den spätrömischen Gelehrten Boëthius zurück: „Si tacuisses, philosophus mansisses.“ – „Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben.“
Wobei diese beiden Herren in ihrer Arroganz und Selbstherrlichkeit sicherlich nicht im Verdacht stehen, “Philosophen”oder gar “weise” zu sein, ganz im Gegenteil! Besonders die JH -_Kommentare und die Art und Weise, wie er sie vorbringt, nerven nur noch…
Ich hab den Freilinger film nicht gesehen und kann seine qualitaet nicht beurteilen…aber der verriss von JH war schon krass.
Sicher gibt es auch in der auslaendischen presse solch giftige kritiken an einem film oder einem kunstwerk..im kleinen Luxemburg wo nur wenige bekannte filmkritiker aktiv sind ist die negative wirkung sicher groesser fuer die zielscheibe.