ABSURDISTAN IN STADT UND LAND – von Aufgebauscht und anderen Kollateralschäden

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Image par T. Jensen de Pixabay

 

vON AUFGEBAUSCHT UND ANDEREN KOLLATERALSCHÄDEN 

 

Dass gerade die eilige Kirche ihren Oktavzirkus, angesichts der Corona-Pandemie, sowie dieser von den längst vorgewarnten Politikern in einer ersten Phase freien Lauf gelassen wurde, publikumswirksam zurückschraubt, grenzt schon fast an Perversität. Jedes Kind, ob getauft oder nicht, weiß nämlich, dass die Oktavprozessionen, so wie sie im 17. Jahrhundert eingeführt wurden, auf den Bemühungen der „Trösterin der Betrübten“ zunächst als Schutzpatronin der Stadt Luxemburg um die Bekämpfung insbesondere der Pest, gründet. Die Muttergottes wurde erst später zur Schutzpatronin des ganzen Landes bestallt und deswegen pilgern heutzutage Jung und Alt aus dem ganzen Land und sogar der Großregion zur Oktav in die Hauptstadt.

 

Da erdreistet sich also nun tatsächlich die eilige Kirche einen Bittgang gegen die mörderische Pest, die immerhin ein Drittel der damaligen Bevölkerung in den Tod raffte, durch einen vergleichsweis harmlosen Virus, genannt Corona, quasi zu annullieren beziehungsweise stark zu reduzieren.

 

Auch hat das Bistum unter der Fuchtel ihres Kardinals Jean-Claude Gasperich sämtliche reguläre Gottesdienste in ihren Gotteshäusern abgesagt. Unverständlich da, angesichts des Schwundes der Kirchengänger, die Zwangsgetauften ihrer Kaste im Durchschnitt rund 10 x 10 Meter pro Kopf in ihren Kirchen, während den normalangesagten Messen, zur Verfügung stehen und somit das Ansteckungspotential durch den Corona-Virus stark gegen Null tendiert. Was aber in den kleinen und engen Sakristeien an zwischenmenschlichen Geschehnissen bei Normalbetrieb abgehen würde, entzieht sich unserer Kenntnis. Wie dem auch sei, früher machten die Pfaffen es andersrum. Bei Elend, Krieg und Epidemien rissen sie die Türen ihrer Kirchen weit auf, damit ihre Schäflein hier massenhaft Trost finden konnten. Tja, heutzutage, wo immer noch 99,99 % der Hirte der eiligen Kirche Staatsbedienstete sind, drehen die Uhren eben anders.

 

Aber die derzeitige Pandemie offenbart noch andere erschreckende Erkenntnisse. Tagtäglich wird es offensichtlicher, dass während der letzten 40 Jahre die Politik nicht nur in der Wohnungsbau- und Transportpolitik versagte, sondern auch im Bereich der Gesundheitspolitik, wo eine Fehlbesetzung die andere jagte. Benny Hill (LASEP), Gesundheitsminister vom 20 Juli 1984 bis zum 15. Juli 1988, fiel einem rechnungslosen Kupferdach zum Opfer, derweil Johny Benhur (LASEP) zunächst als Staatssekretär, dann als Minister von 1989 bis 1998 die Ungeschicke im Ministerium für Gesundheit leitete. Er musste seinen Hut wegen der politisch aufgeplusterten „Santé-Affaire“ nehmen. Georges Hohlfahrt (LASEP) und Carlo Wagenheber (DP) waren von 1998 bis 2004 mehr präsent auf Dorf- und Weinfesten als in ihrem Ministerium.

 

Seriöser wurde es zwischen den Jahren 2004 und 2013 unter der Fuchtel von Mars dem ollen Bart (LASEP). Er wurde abgelöst von Lydia Mutsch (LASEP), die wirklich so heißt. Warum Etienne Aufschneider (LASEP) im Jahre 2018 partout Gesundheitsminister werden wollte, war bei der Veröffentlichung dieser Zeilen noch immer nicht klar. Tatsache ist allemal, dass die bedauernswerte Paulette Belämmert (LASEP) heute alles richten muss, was ihre Vorgänger während vier Dekaden auf das Sträflichste versäumt haben.

 

Andere schrille Zeitgenossen versuchen aber richtiges politisches Kapital aus der Kollektivmisere der Luxemburger Bevölkerung zu schlagen. Allen voran der ehemalige Mordautobahngegner, WSA-Gegner, CARGOLUX-Bekämpfer und engagierte Pazifist Fränz Aufgebauscht (Déi Gréng). Mit geschwellter Brust wies er anfänglich die Gesundheitsministerin Belämmert in ihre Schranken und verkündete infantil seine Armee hätte bei der Nachfolgeorganisation der WSA, nämlich der NSAP aus Beständen der Nato, gelagert in Italien, ein komplettes Krankenhaus gekauft. Seine nachhaltig nachtflugverletzende CARGOLUX würde diesen kostbaren Kauf nach Luxemburg fliegen der dann mittels der LKW-Flotte seiner Armee zum CHL-Gelände geschleppt würde um dann durch eine 50-köpfige Mannschaft des Kleinunternehmers GIO aufgerichtet werden sollte.

 

Selbstbewunderung, Angeberei, Großtuerei, Schaumschlägerei und Windmacherei durch den Beton- und Kriegsminister Aufgebauscht, übrigens der einzige rechtmäßig verurteilte amtierende Minister in Mitteleuropa,  wechselten sich ab. Aber nur bis zu jenem Tag, als ein italienischer Abgestorbener der Lega Nord eine parlamentarische Anfrage, bezüglich dieses nach Luxemburg geschleppten Krankenhauses, stellte.

 

Nanosekundenschnell ließ unser geschätzter Angeber vom Dienst und einsamer Experte in Sachen Greenwashing das einst groß gepriesene Krankenhaus zum simplen Zelt, quasi zur primitiven Campingunterkunft für Pfadfinder und -innen, mutieren. Ein gewiefter Politiker von echtem Schrot und Korn, unser Fränz, der große Wahlverlierer von 2013.

 

Aufgebauscht verfügt tatsächlich über die göttliche Eingabe seine Vergangenheit, frei dem Motto: „Was stört mich mein Geschwätz von gestern“, nach seinem Gusto zu interpretieren und zu formen. Zukunftsorientiert wie der perfekte Zahnpasta Reklamedarsteller nun einmal ist, hat der Witzepremierminister Aufgebauscht sicherlich schon heute perfide Ansagen parat, sollte sich herausstellen, dass die Corona-Pandemie lediglich eine etwas stärker ausgeprägte Normalgrippe war.

 

Der Ekel vom Dienst

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